Oscar-Kandidaten Schlag auf Schlag: Kinojahr 2005 beginnt viel versprechend
zuletzt aktualisiert: 30.12.2004 - 15:04Frankfurt/Main (rpo). Das Kinojahr 2005 startet gleich mit einer ganzen Reihe außergewöhnlicher Filme, darunter auch zwei deutsche Produktionen: Am 13. Januar läuft Dennis Gansels Jugenddrama "Napola - Elite für den Führer" an, am 24. Februar folgt mit "Sophie Scholl - Die letzten Tage" von Marc Rothemund ein weiterer Film über das Nazi-Reich.
Besonders die Tragödie der am 22. Februar 1943 hingerichteten Münchner Studentin wird für das einheimische Publikum zur bewegenden Begegnung mit einer deutschen Heldin. "Sophie Scholl - Die letzten Tage" mit Julia Jentsch ("Die fetten Jahre sind vorbei") in der Hauptrolle geht ins Rennen um die Goldenen und Silbernen Bären der Berliner Filmfestspiele Berlinale vom 10. bis 20. Februar.
Ein besonderes Ereignis verspricht ab dem 27. Januar der Start der französischen Großproduktion "Mathilde - Eine große Liebe" zu werden. Mit Audrey Tautou ("Die fabelhafte Welt der Amelie") hat Jean-Pierre Jeunet einen dreistündigen Film zugleich über das Grauen des 1. Weltkriegs wie auch eine anrührende Liebesgeschichte in Szene gesetzt, die im Nachbarland Frankreich schon Millionen ins Kino gelockt hat. Bereits am 6. Januar ist Claude Chabrols neuer Thriller "Die Brautjungfer" nach einem Roman der britischen Spannungsautorin Ruth Rendell zu sehen, für die vielen deutschen Chabrol-Fans ein Muss.
Wenn Ende Februar in Hollywood die Oscars vergeben werden, sind die derzeit heißesten Favoriten für die Preisvergabe in den deutschen Kinos schon zu besichtigen gewesen: Den Anfang macht am 6. Januar Taylor Hackfords Musikerbiografie "Ray" um den 2004 verstorbenen blinden Sänger Ray Charles. Mit Martin Scorseses monumentalem Werk "The Aviator" kommt am 20. Januar ein noch größerer Oscar-Favorit auf die Leinwände. Scorsese erzählt mit opulenter Ausstattung das schillernde Leben des Lebemanns, Fliegers und Filmproduzenten Howard Hughes, dargestellt von Leonardo DiCaprio.
Hollywood wartet mit vielen Filmbiografien auf
Als Geheimtipp gilt Alexander Paynes unterhaltsame Weinreise nach Kalifornien mit dem Titel "Sideways", der Kinostart ist am 3. Februar. Bereits eine Woche später läuft Marc Forsters Film "Wenn Träume fliegen lernen" um den Peter-Pan-Autor J. M. Barrie an, ebenfalls hoch gewettet für einige Auszeichnungen. Chancen auf diese sollte auch Kevin Spaceys "Beyond the Sea" haben, in dem der Oscar-Preisträger die tragische Lebensgeschichte des einst populären US-Popsängers Bobby Darin inszeniert und Darin auch verkörpert. Das musikalisch mitreißende Drama kommt am 17. Februar in die deutschen Kinos.
Weitere Großereignisse aus Hollywood werden im Mai "Star Wars: Episode III - Die Rache der Sith" von George Lucas sowie Ende Juni Steven Spielbergs Version von "Der Krieg der Welten" sein. Im Oktober präsentiert Martin Campbell "Legend of Zorro", im November steht sehr zur Freude der Kinobesitzer eine weitere "Harry Potter"-Verfilmung auf dem Programm, und am 15. Dezember nach heutiger Planung bringt Peter Jackson einmal mehr den Riesenaffen "King Kong" auf die Leinwände der Welt. Der Oscar-Triumphator 2004 aus Neuseeland plant nach "Herr der Ringe" sein nächstes großes Spektakel.
Auch die deutschen Filmkomiker sind wieder aktiv, wenn auch nicht in der Breite des Vorjahres. Til Schweiger versucht sich in "Barfuss" ab 31. März neben Johanna Wokalek als geistig gestörter Gefährtin als Tunichtgut auf hindernisreichem Bekehrungstrip. Ins Überirdische weicht dagegen Helmut Dietl ("Rossini") in der romantischen Komödie "Vom Suchen und Finden der Liebe" (Start: 27. Januar) aus und versammelt mit Moritz Bleibtreu, Alexandra Maria Lara, Uwe Ochsenknecht, Anke Engelke und Heino Ferch wieder jede Menge Prominenz vor der Kamera.
Ebenfalls mit dem aufstrebenden Nachwuchsstar Alexandra Maria Lara ("Der Untergang") wagt sich Doris Dörrie ("Männer") an eine moderne Fassung des Märchens "Der Fischer und seine Frau" mit dem vielversprechenden Untertitel "Warum Frauen nie genug bekommen können" heran. Als Recke "Siegfried" trottet schließlich Erzkomödiant Tom Gerhardt in dem selbst ernannten Drama des "Sieben Zwerge"-Regisseurs Sven Unterwaldt ab 21. Juli durch finstere Nibelungenzeiten.
Als Kino-Höhepunkte der zweiten Jahreshälfte zeichnen sich der Zeichentrickfilm "Der kleine Eisbär 2" von Thilo Graf Rothkirch ab, der mit einem Budget von zwölf Millionen Euro zu den teuersten deutschen Produktionen des Jahres zählt und ab 29. September sicher an den großen Erfolg des ersten "Eisbären" anknüpfen dürfte. Ein weiterer Aufguss eines bewährten Kinostoffes schickt das US-Studio Fox am 6. Oktober mit "Pink Panther" ins Rennen: In der Komödie tummeln sich Stars wie Steve Martin, Kevin Kline, Jean Reno und Beyoncé Knowles.
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