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Thematische Vielfalt: Kinojahr 2006 bringt deutschen Film nach vorne

zuletzt aktualisiert: 02.01.2007 - 14:42

Düsseldorf (RPO). Weg von der reinen Komödie, hin zu thematischer Vielfalt und Anerkennung im Ausland. So lautet die Bilanz des Kinojahrs 2006 in Deutschland. Das Angebot an guten Filmen hat zugenommen, wie die Filmstiftung NRW berichtet.

Der Geschäftsführer der Stiftung, Michael Schmid-Ospach, betont, "Deutsche Filme sind in Europa und im Inland wieder angesehen". In diesem Jahr etwa seien beispielsweise mit "Das Leben der Anderen" und "Emmas Glück" brisante Themen wie die Abhörung von Bürgern in der DDR und die Sterbehilfe zu erfolgreichen Kinofilmen verarbeitet worden.

"Das Leben der Anderen" sei mit seiner Thematik auch in den früheren Ostblock-Ländern auf viel Anerkennung gestoßen.

Gestiegene Qualität der Drehbücher

Die jüngsten Erfolge des deutschen Films - der Marktanteil liegt in diesem Jahr bei rund einem Viertel - sieht Schmid-Ospach auch als Beleg für die gestiegene Qualität der Drehbücher. Allerdings könne sich das deutsche Kino noch nicht mit der jahrzehntelangen Professionalität der Filmindustrien etwa in den USA und Frankreich messen. Dazu sei die Geschichte der deutsche Filmindustrie historisch bedingt zu brüchig verlaufen.

So habe es während der deutschen Teilung zwei unterschiedliche Kinoindustrien in West und Ost gegeben, aus denen erst im Zuge der deutschen Einheit wieder ein einziger "Filmraum" geworden sei.

Die Zukunft des Kinos sieht Schmid-Ospach optimistisch. Film und Fernsehen seien dabei weniger Konkurrenten, sondern bedingten einander. Dass eine Filmemacherin wie Margarethe von Trotta gelegentlich auch mal einen "Tatort" drehe, zeige, dass Qualität in beiden Medien möglich sei.

DVD ist kein Kino-Killer

Auch die DVD sei weniger ein "Totengräber" des Kinos, sondern biete die Möglichkeit, Filmgeschichte zu erleben und so die Zuschauer wieder zum Kino hin zu führen.

"Mit professionell gemanagten Kinos und guten Filmen im Angebot muss man nicht um das Kino bangen", sagte Schmid-Ospach. Die Schließung von Lichtspielhäusern sei nicht zuletzt auch Folge der seit den 90er Jahren aufgebauten Überkapazitäten.

Doch sollten vor allem kleinere Kinos weg von der "Pommes- und Popcorn-Mentalität" und sich so von der Konkurrenz der Multiplexe abheben.

Quelle: afp2

 
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