Brosnan vergnügt sich mit Halle Berry: 20. James-Bond-Film "Stirb an einem anderen Tag"
zuletzt aktualisiert: 25.11.2002 - 14:43Frankfurt/Main (rpo). Endlich ist es so weit:"Stirb an einem anderen Tag", läuft am Donnerstag in den deutschen Kinos an. Mit Wahnsinns-Effekten und beeindruckenden Bildern begeistert der neue James Bond das Publikum. Brosnan, der zum vierten Mal als sympatischer Held die Lizenz zum Töten hat, wird umjubelt.
Brosnan mag nicht den animalischen Charme seines legendären Vorgängers Sean Connery und auch nicht die hochnäsige Ironie eines Roger Moore besitzen. Doch stellt er eine durchaus eigenständige Symbiose beider Bond-Typen dar.
Der gebürtige Ire hat sich die Rolle zu der seines Lebens anverwandelt.In dem neuen Bond-Film hat es der Agent Ihrer Majestät mit einem ungewöhnlichen jungen Gegenspieler zu tun, den schnöseligen Gustav Graves, gespielt von dem aus einer Schauspielerehe stammenden Toby Stevens. Graves hat zwei Identitäten, denn der Brite ist eigentlich gar keiner, sondern der gesichtsoperierte Sohn eines nordkoreanischen Generals. Zu Beginn des Films tritt er noch als solcher auf, verwickelt in ein illegales Geschäft an der Demarkationslinie, die Korea teilt. Natürlich mischt Bond beim Scheitern dieses Handels "Waffen gegen Diamanten" kräftig mit, und mit militärischen Luftkissen-Booten kennt er sich auch bestens aus.
Zuvor allerdings gibt es eine spektakuläre Eröffnungsszene zu bewundern, die drei Surfer der besonderen Art auf einer Riesenwelle zeigt. Es ist die optisch hinreißende Einstimmung auf über zwei Stunden Action, attraktive Drehorte, witzige Sprüche und eine Spannungsdramaturgie, die todsicher in einer Szene endet: James Bond vergnügt sich an einem lauschigen Plätzchen mit einer der begehrenswertesten Frauen der Welt. Diesmal ist es gar die aktuelle Oscar-Preisträgerin Halle Berry. Wenn die dunkelhäutige Schöne im knappen Bikini aus dem Meer steigt, fixiert von Bond, dann ist klar, wie es enden wird.
Barrys Filmname ist Jinx, wohinter sich eine US-Agentin verbirgt. Aber mit nur einer Frau ist es bei Bond ja nie getan, also gibt es da noch eine Miranda Frost, die ein doppeltes Spiel treibt, doch auch in den Genuss von Bonds männlichen Qualitäten kommt. Die erst 22-jährige Rosamunde Pike, Tochter eines Opernsänger-Paars, feiert dabei ein verheißungsvolles Kinodebüt. Glänzend besetzt sind die Standardrollen mit Judi Dench als Bonds Chefin M und Monty-Python-Veteran John Cleese als Q.
Dessen Darstellung übernimmt gewohnt witzig Cleese erstmals nach dem Tod von Desmond Llewellyn, die zuvor in allen früheren Bond-Filmen den Geheimwaffen-Guru gemimt hatte. Einen kurzen, aber heftigen Auftritt hat Samantha Bond als Miss Moneypenny: Sie gibt sich einem heißen Erlebnis hin, das aber leider nicht ganz real ist. Auch die Handlung hat mit den Realitäten ganz und gar nichts zu tun - weder die Szenen auf Kuba, die in Wirklichkeit in Spanien gedreht wurden, noch der im Londoner Studio gebaute futuristische Eispalast, dessen Anblick allein schon Frösteln macht, der aber im Finale leider in die Luft fliegt.
In der Luft findet auch das entscheidende Duell zwischen 007 und seinen Feinden statt, der Ausgang ist nicht schwer zu raten. Aber es geht ja niemand in Bond-Filme, um überrascht zu werden. Erwartet wird das Spektakel, ein Held, der - wie in dieser neuen Folge - auch die nordkoreanische Folter übersteht, attraktive Damen und Action bis zum Abwinken. All das bietet "Stirb an einem anderen Tag" in Fülle. Die Kinobesitzer dürfen sich freuen, das Publikum auch.
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