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Film R.E.D. Bruce Willis
  Foto: dapd, dapd
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Veteranenfilm "R.E.D. – Älter, härter, besser": Actionfilm der alten Helden

VON ALBERT BAER - zuletzt aktualisiert: 28.10.2010 - 07:45

(RP). Die rasante Komödie "R.E.D. – Älter, härter, besser" versammelt Pensionäre des amerikanischen Geheimdienstes für eine letzte Aktion. Neben Bruce Willis spielen Helen Mirren, John Malkovich, Morgan Freeman und Ernest Borgnine. Eine sehenswerte Produktion mit viel Selbstironie.

Eigentlich könnte Frank Moses (Bruce Willis) seinen Ruhestand genießen. Aber er langweilt sich zwischen Sofa und Fitnessraum in seinem biederen Vorstadthäuschen. Und wenn er zu Weihnachten wie die Nachbarn in der Straße einen beleuchteten Plastik-Schneemann in den Vorgarten stellt, sieht man ihm das auch an. Nur der regelmäßige Telefonplausch mit Sarah (Mary-Louise Parker), seiner Sachbearbeiterin bei der Pensionskasse, bringt ein wenig Farbe in seinen Alltag. Dass dieser Kerl mal einer der Besten beim CIA war, bevor man ihn vorzeitig in Rente schickte, zeigt sich jedoch alsbald.

Denn als eines nachts einige maskierte und schwer bewaffnete Gestalten seine kitschige Dekoration durchsieben und in seine Bude eindringen, befördert er sie ins Jenseits. Nein, der Mann hat nichts verlernt und funktioniert immer noch wie ein Uhrwerk. Erst entführt Frank zur Sicherheit seine ebenfalls in Lebensgefahr schwebende Telefon-Bekanntschaft, dann trommelt der Wiedererweckte seine früheren, ebenso pensionierten Kollegen zusammen, die scheinbar auch auf der Abschussliste der heimtückischen Attentäter stehen.

Alt, aber alles andere als tatterig

Er lockt den gelassenen Joe (Morgan Freeman) aus dem Altenheim, den paranoiden Marvin (John Malkovich) aus dessen Bunker-Versteck, und die elegante Victoria (Helen Mirren) aus ihrem Nobel-Landsitz. Das betagte Quartett findet heraus, dass es der CIA, ihr alter Arbeitgeber, auf sie abgesehen hat. Warum das so ist, ahnen sie noch nicht, aber sie wissen, dass das Agentendasein immer noch eine Menge Spaß macht.

"Ich bin zu alt für diesen Mist" maulte einst Danny Glover im ersten "Lethal Weapon"-Film. Doch so widerwillig, ja so actionscheu wie einst der Partner von Mel Gibson, sind die rüstigen Rentner in "R.E.D. – Älter, härter, besser" nicht. Im Gegenteil: Als wären sie in den Jungbrunnen gefallen, stürzen sie sich ins Gefecht. Der Schwabe Robert Schwentke, der bislang zwei Mal in Hollywood Regie führte ("Flightplan", "Die Frau des Zeitreisenden"), hat hier eine düstere Comicvorlage zum übermütigen Kinovergnügen verwandelt. Sein bisweilen absurder Actionthriller zaubert dem Zuschauer ständig ein Grinsen ins Gesicht, obwohl sich da oben auf der Leinwand die Leichen stapeln.

Selbstironisches Geballere

Geschickt mixt Schwentke den selbstironischen Ton von "Space Cowboys", wo Clint Eastwood mit einer Veteranenbande noch mal in den Weltraum düste, mit reichlich Geballer. Was man ihm und dem Drehbuch vorwerfen kann, ist vielleicht, dass es zu lange dauert, bis alle Teammitglieder vereint sind. Und von der Verschwörungsintrige, die sich über den Oldies zusammenbraut, erfährt man zu spät.

Dafür beweist die reife und sarkastische Sprüche klopfende Star-Crew Spiellaune. Bruce Willis wirbelt als Küken der Rentnerbande in bewährter "Stirb langsam"-Manier, Morgan Freeman ist souverän wie stets, John Malkovich fügt seiner Palette herzhaft verrückter Figuren eine weitere hinzu, und allein, wenn Helen Mirren als abgebrühte Killer-Queen mit Pelzkappe zur Pumpgun greift, ist das schon die Eintrittskarte wert. Ach ja, Richard Dreyfuss mimt die graue Schurken-Eminenz und ähnelt dabei Dick Cheney. Es ist schon erstaunlich, was der 42-jährige Schwentke, der vor rund zehn Jahren noch Drehbücher für den "Tatort" verfasste und nach zwei Filmen ("Tattoo", "Eierdiebe") in Deutschland keinen Finanzier für seinen dritten fand, hier an Prominenz vor der Kamera versammelt hat. Und wenn er den mittlerweile 93-jährigen Hollywood-Haudegen Ernest Borgnine (1955 Oscar-Gewinner als Hauptdarsteller in "Marty") für einen Kurzauftritt aus dem Hut zaubert und ihn als CIA-Archivar den guten alten Zeiten nachtrauern lässt, hat der Film einen großen melancholischen Moment, bei dem einem warm ums Herz wird.

Bewertung: 4 von 5 Sternen

Quelle: RP

 
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