Filmkritik: Alien vs. Predator: High Noon im ewigen Eis
zuletzt aktualisiert: 02.11.2004 - 11:10"Der Feind meines Feindes ist mein Freund" lautet das Motto des neuen Action-Thrillers "Alien vs. Predator". Ein intergalaktischer Krieg, zwischen den wohlmeinende Wissenschaftler geraten, ein Abenteuer der Superlative bahnt sich seinen Weg.
Tief vergraben in der Antarktis entdecken Wissenschaftler eine altertümliche Pyramide. Sie ist das letztes Zeugnis einer vergessenen Zivilisation. Unter der Führung von Alexa Woods (Sanaa Lathan) stellt der ehrgeizige Milliardär Charles Weyland (Lance Henriksen) eine Expedition zusammen. In klirrender Kälte wird das mysteriöse Objekt begutachtet. Noch ahnen die Forscher nicht, dass sie damit zu einem Spielball eines intergalaktischen Krieges werden. Denn in der Pyramide liegt eine Alien-Matrone vergraben, die kurz davor steht, ihren langen Winterschlaf zu beenden. Zudem befindet sich eine Horde unerbittlicher Predator-Krieger auf dem Anflug zum Südpol. Im ewigen Eis kommt es zum blutigen Zusammenstoß der außerirdischen Kulturen. Und die hilflosen Forscher stecken mittendrin.
"Alien vs. Predator" - Wenn das mal kein Duell der Superlative ist! Sigourney Weaver und Arnold Schwarzenegger mussten dereinst am eigenen Leibe erfahren, zu welchen Brutalitäten diese beiden interstellaren Monster fähig sind. Und nun treffen sie auf der Erde zusammen. Da ist neben Alien-Schleim und Predator-Gegrunze Action garantiert, auch wenn die menschlichen Helden aus den Originalfilmen diesmal nicht zugegen sind. Für Identifikation mit den Erdbewohnern sorgen hier Stars aus der zweiten Reihe wie "Out of Time"-Verführerin Sanaa Lathan oder "Trainspotting"-Junkie Ewen Bremner.
Visuell gibt es natürlich dennoch viele Elemente und Philosophien aus den "Alien"- und "Predator"-Filmen wieder zu entdecken. Daneben wird so ziemlich alles zitiert, was im Blockbuster-Kino der letzten Jahrzehnte unter dem Label Abenteuer und Fantasy zu sehen war. Das reicht von "Indianer Jones" über "Tomb Raider" bis hin zu "Cube". Denn genau wie der übergroße Rubikswürfel der kanadischen Low-Budget-Perle von 1997 permutiert auch die antarktische Pyramide in regelmäßigen Abständen.
Gut geklaut ist im Actionkino eben manchmal besser als schlecht erfunden. Ein gutes Drehbuch hätte dem Duell der Giganten wohl auch nur unnötig im Wege gestanden. Dafür wurde mit Paul W.S. Anderson ein erfahrener Action-Regisseur an Board geholt, der bereits der PC-Spiel-Adaption "Resident Evil" Leben einhauchte. Bei "Alien vs. Predator" ist nun alles auf die furiosen Kämpfe der beiden Kontrahenten ausgerichtet. Menschen sind nur wortkarges Kanonenfutter.
Das Publikum wird sich daher schnell auf die Seite einer außerirdischen Rasse schlagen und weniger mit Alexa & Co. mitzittern. Und so viel sei verraten: Zum Schluss kommt es zu einer überraschenden Verbrüderung. Immerhin lautet ein alter Kriegslehrsatz: Der Feind deines Feindes ist dein Freund. Vielleicht wird das der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.
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