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Kinokritik: "Auferstanden"
Film zeigt Jesu Auferstehung aus Sicht der Römer

"Auferstanden" Kritik: Film zeigt Jesu Auferstehung aus Sicht der Römer
FOTO: Sony Pictures Releasing GmbH
Berlin. Welcher Film könnte zu Ostern passender sein als einer über Jesu Auferstehung? Das dachte sich wohl auch Regisseur Reynolds, der nach Filmen wie "Waterworld" und "Robin Hood" mit "Auferstanden" jetzt eine sehr bibeltreue Missionierungsgeschichte inszeniert.

Der Zeitpunkt könnte besser kaum gewählt sein: Kurz vor Ostern kommt ein Film über kein geringeres Ereignis als die Auferstehung Jesu in die deutschen Kinos. Passender Titel: "Auferstanden". Dass Filme über Christus eine heikle und umstrittene Sache sein können, hat auf besonders spektakuläre Weise Mel Gibsons "Die Passion Christi" von 2004 über den Leidensweg Jesu gezeigt. "Auferstanden" setzt nun dort an, wo die "Passion" endet - mit dem vorübergehenden Tod des Gottessohnes und seiner Auferstehung.

Soldaten sollen Gerücht um Auferstehung widerlegen

Der Film von Regisseur Kevin Reynolds ("Robin Hood", "Waterworld")
erzählt diese berühmte Ostergeschichte aus einem ziemlich ungewöhnlichen Blickwinkel: einem römischen. Im Mittelpunkt steht der römische Militärtribun Clavius gespielt von Joseph Fiennes ("Shakespeare in Love"), der gemeinsam mit seinem Assistenten Lucius damit beauftragt wird, das Rätsel um die Geschehnisse nach der Kreuzigung Jesu zu lösen.

Lucius wird gespielt von dem als "Harry Potter"-Fiesling bekannt gewordenen Tom Felton, der nur dann als kleiner blonder Draco Malfoy wiederzuerkennen ist, wenn er gemein sein Gesicht verzieht.

Die beiden Männer sollen nun Gerüchte um den auferstandenen Messias widerlegen und damit einen Aufstand in Jerusalem verhindern. Dabei schrecken sie vor Folter- und Todesdrohungen nicht zurück.

Der Römer Clavius wird selbst zum Jesus-Jünger

Allerdings bekommt ausgerechnet der knallharte Clavius immer mehr Zweifel daran, dass es sich bei der Geschichte von Jesu Auferstehung tatsächlich nur um Gerüchte handelt. Er wird - das ist schnell absehbar - spätestens nachdem er den vermeintlich toten Jesus (Cliff Curtis) mit Wundmalen sieht, selbst zum Glaubenden wird.

So brutal und blutig wie Gibsons "Passion" fällt "Auferstanden" nicht aus - auch wenn Regisseur Reynolds weder vor sehr expliziten Kreuzigungsszenen zurückscheut noch vor Szenen von Exhumierungen auf der Suche nach der Leiche Jesu, die nicht unbedingt etwas für schwache Mägen sind.

Im Gegensatz zur "Passion" gibt sein eher erbaulich daherkommender Film auch kaum Gelegenheit für irgendeine Form des Anstoßes. Er schwingt sich auf zur großen Missionierungsgeschichte und erzählt ebenso bibeltreu wie komplett ironiefrei von der Vom-Saulus-zum-Paulus-Entwicklung eines Römers.

"Auferstanden" ist übrigens nicht der einzige Film über Jesus Christus, der in diesem Jahr ins Kino kommt: Im Mai startet "Der siebenjährige Messias" über die Kindheit Jesu in den Kinos.

(rent/dpa)
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