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toy story 3 PANORAMA disney kino 20100729
  Foto: Walt Disney Entertainment
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Helden aus "Toy Story" wieder da.: Aufstand der Spielzeug-Helden

VON ALBERT BAER - zuletzt aktualisiert: 29.07.2010 - 11:14

Düsseldorf (RP). "Toy Story 3" ist die brillante Fortsetzung der Abenteuer von Cowboy Woody und Astronaut Buzz Lightyear. Der digital erzeugte Animationsfilm erzählt vom Umzug der ungewöhnlichen Helden in eine Kindertagesstätte. Die fabelhafte Geschichte wird durch 3D-Effekte dezent verstärkt.

Man muss es sich noch einmal in Erinnerung rufen: Als das Pixar-Studio Mitte der 90er Jahre den ersten komplett am Computer entstandenen Animationsfilm ankündigte, war die Skepsis groß. Viele jener Zeitgenossen, die mit den handgemachten Disney-Filmen aufgewachsen waren, glaubten nicht, dass es möglich wäre, zauberhaften Zeichentrick herzustellen, ohne den Malstift zu zücken. Doch als "Toy Story" in die Kinos kam, war die Begeisterung groß. Die digital erzeugten Spielzeugfiguren um Cowboy Woody und Astronaut Buzz Lightyear eroberten Herz und Hirn – in einem Trickfilm, der technisch und inhaltlich neue Maßstäbe setzte.

Ein Kunststück folgt dem Nächsten

Fortan betrat jede weitere Pixar-Produktion Neuland mit mutigen Ideen abseits der gängigen Animationsklischees, und jedes Mal übertrafen sich die Macher dabei selbst. Ob ein Fisch auf der Suche nach seinem Sohn in "Findet Nemo", ob eine kochende Ratte in "Ratatouille", oder ein einsamer Roboter in "Wall-E" – Pixar reihte ein Kunststück ans nächste. Und selbst jene, die befürchteten, dass die Kreativität des wegweisenden Animationsstudios durch die Übernahme des Disneykonzerns im Jahre 2006 beschränkt werden würde, sehen sich nun eines Besseren belehrt.

Denn "Toy Story 3" ist ein enorm unterhaltsamer und vor allem sehr tiefgründiger Film geworden, der es mit früheren Pixar-Klassikern spielend aufnehmen kann. Wir sehen also wieder das Kinderzimmer von Andy, der längst zum Teenager herangewachsen ist und kurz vor der Abreise ins College steht. Zuvor soll er aber noch sein Zimmer ausmisten. Die meisten seiner Spielzeuge sind immer noch da: Woody, Buzz und all die anderen liebgewonnenen Figuren, die heftig darüber diskutieren, wie nun ihr Ruhestand aussehen könnte. Landen sie auf dem Dachboden oder gar im Müll?

Ort des Schreckens statt Paradies

Es kommt anders als gedacht, und eher versehentlich landet die Truppe als Spende in einer Kindertagesstätte. Eine Kita voll spielwütiger Dreikäsehochs, was für ein Altersheim, das klingt nach Paradies. Doch der bunte Hort mit dem trügerischen Namen Sunnyside offenbart sich als Ort des Schreckens, an dem Neulinge wie illegale Einwanderer gelten, wo ein rosa Plüschbär ein Terrorregime führt und Andys Puppen einsperren lässt.

Es ist mittlerweile Tradition, dass die Pixar-Macher um Urgestein John Lasseter, der diesmal als Produzent fungierte, mit jedem neuen Film den Betrachter zum Staunen bringen und eine Geschichte auftischen, von der sich alle angesprochen fühlen können. Nach einem facettenreichen Drehbuch des Autors Michael Arndt, der für sein Skript zu "Little Miss Sunshine" den Oscar erhielt, schafft es Regisseur Lee Unkrich, die Story der lebendigen Spielzeuge brillant weiterzuspinnen. Wie er hier begleitet von dezent eingesetzten 3D-Effekten Komik und Tragik verbindet, wie er Motive aus Gefängnis- und Horrorfilmen zitiert, das ist einfach grandios, auch wenn das mitunter düstere Szenario für kleine Kinder wohl ungeeignet ist.

Spielzeug-Helden kämpfen um ihr Leben

Von Anfang an schwingt Wehmut im turbulenten, oft zum Lachen anregenden Geschehen. Und es sind diese melancholischen Momente, die das jüngste "Toy Story"-Kapitel prägen und uns nichts anderes als ein Drama über Veränderung, Verlust und Abschied erzählen. Stets bangt man um die Figuren, bis hin zum furiosen Finale in einer Müllverbrennungsanlage, wo die ausrangierten Spielzeug-Helden gegen die Maschinen um ihr Leben kämpfen müssen.

Im Prinzip waren die "Toy Story"-Filme, obwohl hochmodern im Rechner fabriziert, stets eine Verbeugung vor altmodischer Spielzeugkultur, eine Huldigung an Puppen aus Plastik, Stoff und Metall. Der dritte Teil ist ein würdiger Abschluss dieser Hommage, samt der Tränen, die am Ende einer Ära vergossen werden. llll

Quelle: RP

 
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