Kino-Kritiken: Basic Instinct - Neues Spiel für Catherine Tramell
zuletzt aktualisiert: 27.03.2006 - 08:35Stolze 14 Jahre sind vergangen seit Sharon Stone mit einem einzigen Beinüberschlag quasi über Nacht zum Sexsymbol wurde. "Basic Instinct" - ein hypnotisierender Filmstrudel aus sexueller Obsession, unterkühlter Schönheit und gefährlichen Eispickeln - machte den blonden US-Star zur Femme Fatale der 90er. Nun startet die besonders von der männlichen Fangemeinde heiß ersehnte Fortsetzung des Erotikthrillers in den deutschen Kinos.
Trotz des riesigen Erfolgs von "Basic Instinct", der mehr als 350 Millionen Dollar einspielte, hat es immerhin 14 Jahre gedauert, bis nun die Fortsetzung unter dem Titel "Basic Instinct - Neues Spiel für Catherine Tramell" in die Kinos kommt, in Deutschland ab dem 30. März. Und wieder ist Sharon Stone in der weiblichen Hauptrolle mit von der Partie, etwas älter, aber angeblich auch ohne kosmetische Nachbesserungen nicht viel älter wirkend. Ob sich die Endvierzigerin damit einen Gefallen getan hat, wird nun das Publikum entscheiden, das in Erinnerung an den skandalumwitterten ersten "Basic Instinct"-Film nun in Scharen vor die Leinwände strömen soll.
Die Fortsetzung beginnt rasant mit einer Autofahrt, bei der die Frau am Steuer - Tramell alias Stone - von ihrem unter Drogen stehenden Beifahrer mit dessen Hand unterm Rock fast bis zum Orgasmus getrieben wird. Doch dabei kommt der Sportwagen von der Fahrbahn ab und landet, da die Handlung in London spielt, in der Themse. Für den Mann, einen berühmten Profi-Fußballer, endet das Abenteuer tödlich, die Fahrerin jedoch kann sich retten. Sie gerät jedoch unter schweren Verdacht. Denn Scotland-Yard-Inspektor Roy Washburn hat keinen Zweifel, dass es sich bei der amerikanischen Krimiautorin Catherine Tramell um eine ebenso skrupellose wie sexbesessene Mörderin handelt, die er hinter Gittern sehen will.
Stone wirkt manchmal wie ihre eigene Parodie
Der renommierte Kriminalpsychologe Dr. Michael Glass soll ein psychiatrisches Gutachten von Tramell anfertigen. Aber schon die erste Begegnung der beiden macht klar, dass Glass vor einer Aufgabe steht, der er nur als Wissenschaftler, aber nicht als verführbarer Mann gewachsen sein wird. Ein paar Leichen und einige Sexszenen später kommt es zum dramatischen Schlussduell zwischen Glass und Tramell. Neben Sharon Stone ist in der Rolle des Michael Glass der noch wenig bekannte britische Schauspieler David Morrissey zu sehen.
Morrissey ist eine stattliche männliche Erscheinung und erinnert an den jungen Sean Connery in den ersten "James Bond"-Filmen. Nach blassem Beginn macht er eine zunehmend gute Figur, auch wenn man ihm den seriösen Wissenschaftler nie ganz abnimmt. Der Brite behauptet sich durchaus neben Sharon Stone, die manchmal so wirkt, als parodiere sie geradezu jene Catherine Tramell, die sie 1992 schon einmal mit sensationeller Wirkung gespielt hat. Diese eigenartige Figur entstammt einer typischen Männerfantasie des berühmten Drehbuchautors Joe Eszterhas: Eine männermordende Sexmaschine, die immer auf der Suche nach riskant-lüsternen Machtspielen ist.
Die Handlung der Fortsetzung ist nicht übermaßig spannend, der Schluss wirkt überkonstruiert. Und die freizügigen Sexszenen, mit denen für den Film geworben wird, sind alles andere als aufregend. Regisseur Michael Caton-Jones ist ein gewiefter Handwerker, der das Drehbuch von Leora Barish und Henry Bean solide in Szene gesetzt hat. Aber ähnliche Aufgeregtheiten wie der erste "Basic Instinct"-Streifen wird diese Fortsetzung gewiss nicht erregen. Daran vermögen auch so prominente Nebendarsteller wie Charlotte Rampling und David Thewlis, der den Inspector Washburn verkörpert, nichts zu ändern. Die Filmgeschichte hätte keinen Schaden genommen, wenn es diese Fortsetzung nicht gegeben hätte.
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