Kino-Kritik: Billig animiert: Krieg der Sterne
VON THOMAS KLINGENMAIER - zuletzt aktualisiert: 14.08.2008 - 09:54Düsseldorf (RP). Eine Galaxis kann ganz schön unübersichtlich werden. Wenn einer wie George Lucas beginnt, vom Krieg der Sterne zu erzählen, stehen ihm anfangs alle Wege offen. Aber mit allem, was er dann tatsächlich erzählt, mit jeder Weltenbau- Entscheidung, legt er sich hie ein wenig fest und schneidet sich da einen Weg ab. Eine innere Logik der Kunstwelt will nun beachtet werden, die Erwartungen der Fans obendrein.
Lucas hat diese Probleme zu spüren bekommen, als er 1999, 2002 und 2005 in drei Filmen die Vorgeschichte seiner 1977 begonnenen klassischen „Star Wars“-Trilogie erzählte, die längst ein Popkultur- Heiligtum ist. Er habe noch weitere Teile seines Epos um Jedi-Ritter, Piepsroboter und Raumflitzer in petto, ließ der Meister die Welt wissen. Zugleich haben ihm wohl ganze Chöre von Marketingberatern vorgesungen, er solle seine Star- Wars-Welt doch bitte flink, flexibel und plattformübergreifend auswerten. Aus dem Widerspruch der Fanwünsche nach dem Erhabenen und den Marktwünschen nach dem Billigen entstanden die Klonkriege.
Diese Epoche im langen Konflikt zwischen Gut und Böse nutzt Lucas als Verkehrsübungsplatz, auf dem zwar ganz schön viel los ist, auf dem aber niemand irgendwohin muss oder darf. Hier hat er schon Computerspiele, Comics und eine 2-D-Fernsehserie angesiedelt, ohne die große Geschichte seiner Welt um- oder weiterschreiben zu müssen. Im Herbst startet gar eine auf 100 Folgen angelegte computeranimierte TV-Serie in den USA, ab heute läuft der Pilotfilm dazu im Kino, „Star Wars: The Clone Wars“. Wobei Pilotfilm vielleicht zu schmeichelhaft ausgedrückt ist.
Das Werk ist eine derartige dramaturgische Leistungsverweigerung und streckenweise so dürftig animiert, dass es eher wie ein aus allen 100 TV-Folgen zusammengeschnittener Trailer aussieht. Anakin Skywalker und andere Jedis kämpfen gegen stupide voranstapfende Roboterarmeen und fuchteln mit ihren Lichtschwertern Geschosse beiseite. Dazwischen befreien sie noch das kaulquappige Kind der fetten Diktatorenschnecke Jabba The Hutt, was aber auch kaum zu erträglichen Dialogen führt. Das wird Lucas erstmal nicht weiter stören.
Vielleicht wird er „The Clone Wars“ dereinst trotzdem noch bereuen. Denn diese HauptsacheÖkonomisch- Produktion treibt „Star Wars“ das letzte bisschen Magie aus.
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