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Kinofilm "Birnenkuchen mit Lavendel"
Wenn das Glück unerwartet kommt

Birnenkuchen mit Lavendel mit Virginie Efira ab 10. März im Kino
FOTO: Moviepilot
Düsseldorf. Im Leben von Louise läuft nichts so, wie es soll: Die Witwe hat nicht nur finanzielle Probleme, auch die Kinder sind seit dem Tod ihres Vaters verstört. In dieser Situation tritt ausgerechnet Pierre in ihr Leben, der an dem Asperger-Syndrom leidet und ihr vors Auto läuft. Die französische Romanze "Birnenkuchen mit Lavendel" ist ab Donnerstag im Kino zu sehen. Von Renée Wieder

"Birnenkuchen mit Lavendel" ist leicht, idealistisch – und gleichzeitig eigensinnig. Louise (Virginie Efira) stiefelt im Arbeitsoverall durch ihren Obstgarten irgendwo in der Provence und prüft die Blätter der Birnenbäume auf Parasiten. Seit kurzem ist sie Witwe und nicht nur allein für den bankrotten Hof ihres Mannes, sondern auch für die zwei verstörten Kinder verantwortlich. Das Letzte, was Louise brauchen kann, ist der dürre Mann im Anzug  (Benjamin Lavernhe), der ihr auf einer Landstraße vor die Kühlerhaube rennt.

Pierre fängt an, Haus und Leben von Louise zu ordnen

Louise nimmt den leicht Verletzten mit nach Hause – und wird ihn von da an nicht mehr los. Pierre leidet an dem Asperger-Syndrom, er vergleicht Wolken gern mit Primzahlen, sagt stets die Wahrheit und klebt auf alles kleine bunte Punkte.

Er beginnt, die Dinge im Haus in Ordnung zu bringen, Schreibtischkram, Küchenschubladen, die verwirrten Köpfe der Kinder. Erstaunt stellt Louise fest, dass durch den schwierigen Kerl, der die Welt mit so ganz anderen Augen sieht, alles leichter wird.

In malerischen Landschaften und nur wenig Worten erzählt Regisseur Éric Besnard  ("Mes Héros") davon, dass Liebe keinen Normwert hat und das Glück aus unerwarteten Richtungen kommen kann. Mit Pierre und Louise entwirft er ein denkbar unwahrscheinliches Liebespaar. Das macht ihre Annährung so reizvoll.

Die Liebesgeschichte entsteht auf der mentalen Ebene

Flirten, streiten und umarmen sind keine Option im Umgang mit einem, der Ironie nicht begreift und Körperkontakt fürchtet. Pierres Werbung um Louise muss sich komplett auf der mentalen Ebene abspielen, durch Blicke, Unterhaltungen, ein kleines Zögern in der Tür.

Mit dezenten Gesten vermittelt "Comédie Française"-Mitglied Benjamin Lavernhe, dass Gefühle nicht weniger tief sind, nur weil man sie nicht zeigen kann, und dass es durchaus Vorteile haben kann, anders zu sein.  Es braucht seine Zeit, bis man sich mit Louise einlässt auf den komischen Kauz, der auch noch ein Geheimnis hat. Aber es passiert.

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