Komödie "Top Job – Showdown im Supermarkt": Bizarrer Kampf um Aufstieg
VON ALBERT BAER - zuletzt aktualisiert: 04.06.2009 - 10:57(RP). Es kann nur einen geben, und so streiten sich Doug (Seann William Scott) und Richard (John C. Reilly), die bislang ihr Dasein als kleine Angestellte einer Supermarkt-Kette fristeten, um den Managerposten einer Filiale, die demnächst eröffnet werden soll.
Während die beiden Verlierer um die Beförderung konkurrieren und emsig versuchen, den jeweils anderen auszustechen, bleibt dem Betrachter bei diesem "Showdown im Supermarkt" mitunter das Lachen im Halse stecken. An Kaufhaus-Geschichten scheinen Hollywoods Filmemacher derzeit einen Narren gefressen zu haben.
Eher bemitleidenswert als lustig
Nachdem Komiker Kevin James zuletzt als "Kaufhaus-Cop" durch einen Konsumtempel turnte und bevor demnächst Seth Rogen in "Shopping Center King" (Kinostart: 18. Juni) ebenfalls als Aufpasser herumrennen wird, tummeln sich nun zwei weitere bekannte Witzbolde des amerikanischen Kinos in einem Einkaufszentrum. Doch die im Grunde traurigen Figuren, die von den in Sachen Klamauk erfahrenen Darstellern Seann William Scott und John C. Reilly glänzend gespielt werden, sind eher bemitleidenswert als lustig, und ihr Schlagabtausch eher ernüchternd als amüsant.
Da schluckt man schon, wenn Doug kleinlaut und duckmäuserisch die Beschwerdezettel der Einkaufenden einsammelt. Oder wenn er sich auf demütigende Weise mit halbwüchsigen Rowdys auf dem Kundenparkplatz herumschlagen muss. Und wenn Richard sich den Kopfhörer aufsetzt, um sich heimlich in ein schlichtes Motivations-Hörspiel zu vertiefen, löst das eher Mitgefühl aus.
Aber leider konnte sich Regisseur und Drehbuchautor Steve Conrad (er schrieb das Skript zum Will-Smith-Drama "Das Streben nach Glück") wohl nicht so recht entscheiden, ob er eine pure Klamotte oder eine subtile Satire drehen wollte. So schwankt seine Tragikomödie unentschlossen hin und her zwischen pubertären Scherzen und bitteren Seitenhieben auf die Ellenbogen-Mentalität in der kapitalistischen Gesellschaft. Was hätte das für ein Film werden können, wenn Conrad die Demaskierung des American Dream durchwegs ernsthaft betrieben und auf manch platten Gag verzichtet hätte?
Bewertung: 2 von 5 Sternen
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum






