Interessante, aber etwas weitschweifige Expedition: "Blue Moon" - auf der Suche nach dem Glück
zuletzt aktualisiert: 28.10.2002 - 09:35Berlin (rpo). Ossi Ignaz (Detlev Buck) erlebt auf einer Tour durch die Ukraine diverse Abenteuer. Regisseurin Andrea Maria Dusl nutzt die Reise, um den Zuschauern mehrere osteuropäische Länder zu zeigen. Für die Zuschauer ist die Tour interessant und aufschlussreich, aber manchmal etwas zu weitschweifend beschrieben.
Russisch hat Detlev Buck schon in der Schule gelernt. Viel aus drei Jahren Unterricht ist nach den Worten des Regisseurs und Schauspielers aus Bad Segeberg nicht haften geblieben. In Osteuropa kann sich der 39-Jährige, bekannt aus "Männerpension", dennoch bestens verständigen - zumindest im Film. In "Blue Moon" spielt Buck den trotteligen Ossi Ignaz, der auf einer Tour bis in die Ukraine Abenteuer erlebt. Ab 31. Oktober ist der Film in den Kinos zu sehen.
Ignaz resümiert seine Beziehungen zu Frauen so: "Ich hatte auch mal eine. Aber die mochte mich nicht, weil ich immer weiße Schuhe anhatte. Das war die Tochter des Direktors von Plaste und Elaste." Die Anspielung auf das am meisten veräppelte Kombinat der DDR ist nur einer der satirischen Seitenhiebe des Films auf Ostdeutsche, Österreicher und Ukrainer.
In "Blue Moon", der ersten Produktion der Österreicherin Andrea Maria Dusl, begegnet Ignaz immer wieder seinem Gegenspieler Johnny Pichler, dargestellt vom österreichischen Komödienschauspieler Josef Hader. Pichler bestreitet seinen Lebensunterhalt als Geldbote für dubiose Auftraggeber. Irgendwo in Österreich tritt die geheimnisvolle blonde Shirley (Viktoria Malektorovych) in sein Leben.
Pichler verfolgt die Schöne
Mit einem gestohlenen Wagen fliehen Pichler und Shirley in die Slowakei, wo sich nach einem Streit im Hotel die Spuren der Frau verlieren. Pichler kann die Schöne aber nicht vergessen und verfolgt sie bis in die Ukraine. Bei seiner spannenden und nervenaufreibenden Reise durch Osteuropa kreuzt mehrmals Ignaz die Wege Pichlers. Mit kleinkriminellen Touren verfehlt der gestrandete Ossi aber auf der Suche nach Geld und Freundschaft immer wieder seine Ziele.
Beide, der Ossi und der Österreicher, sehnen sich nach Abenteuer, Erfolg und Liebe. Ignaz scheitert. Pichler trifft in der Ukraine statt der ersehnten Shirley die Taxifahrerin Jana, die ihn sogleich für das Verschwinden ihrer Zwillingsschwester verantwortlich macht. Die Recherchen nach der Geliebten müssen weitergehen und führen Pichler bis in die Hafenstadt Odessa. Dort findet der Mann schließlich, was er sucht, aber es ist ganz anders, als er erwartet hat.
Regisseurin Andrea Maria Dusl nutzt die Reise der drei Abenteurer, um den Zuschauern mehrere osteuropäische Länder zu zeigen. Für die Zuschauer ist die Tour interessant und aufschlussreich, aber manchmal etwas zu weitschweifend beschrieben. Benannt ist "Blue Moon" nach einem wissenschaftlichen Phänomen, das nur alle paar Jahre auftritt: zwei Vollmonde in einem Monat.
Der aus Bad Segeberg (Schleswig-Holstein) stammende Buck sieht kein Glaubwürdigkeitsproblem, wenn er im Film einen Ostdeutschen spielt. "In Mecklenburg werde ich oft für einen Ossi gehalten", sagte er. Außerdem sei sein Dialekt kaum von dem zu unterscheiden, der in Schwerin oder Güstrow verwendet werde.
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport,
Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder,
Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.






