Komödie "Hangover" von Todd Philips: Böses Erwachen
VON ALBERT BAER - zuletzt aktualisiert: 23.07.2009 - 10:34(RP). Mit "Hangover" bezeichnen die Amerikaner einen nachhaltigen Kater nach einer durchzechten Nacht. Und mit eben einem solchen Brummschädel und völligem Blackout wachen die drei Freunde Phil (Bradley Cooper), Stu (Ed Helms) und Alan (Zack Galifianakis) nach einer in Las Vegas gefeierten Junggesellenparty auf. Keiner von ihnen kann sich an die letzte Nacht erinnern, aber dass sie turbulent war, zeigt der Zustand des Hotelzimmers.
Und nicht nur die Kumpels wundern sich darüber, dass ein Tiger die Toilette blockiert, ein Huhn in der Suite herumspaziert und im Kleiderschrank ein Baby kreischt, während von Bräutigam Doug (Justin Bartha), für den die ganze Sause stattgefunden hat, jede Spur fehlt. Nach anfänglichen Vertuschungsversuchen wollen die drei Kindsköpfe herausfinden, was passiert ist, und so offenbart sich, dass sie im Vollrausch wohl einen chinesischen Mafioso bestohlen und den Tiger von Boxer Mike Tyson entführt haben.
Man kann nicht behaupten, dass der im Komödienfach erfahrene Regisseur Todd Philips ("Road Trip", "Starsky & Hutch", "Old School") hier die Glühbirne zum Erleuchten gebracht hat. Denn Filme über exzessive Junggesellenabschiede und die Folgeschäden von Filmrissen gab es in Hollywood schon des öfteren. "Hangover" bewegt sich zwischen Schadenfreude und Mitleid, wenn er beobachtet, wie sich die Figuren verzweifelt bemühen, ihre Missetaten wieder gutzumachen. Im Grunde arbeitet Regisseur Philips hier mit altbekannten Zutaten und schafft es dennoch, den eigentlich abgedroschenen Handlungsmotiven noch überraschend amüsante Seiten abzugewinnen.
In den Staaten hat das schlichte, aber durchaus wirkungsvolle Rezept des Films bereits gefruchtet: Wie aus dem Nichts stürmte die Komödie die Spitze der Kinocharts und spielte inzwischen schon über 200 Millionen Dollar ein.
Bewertung: 3 von 5 Sternen
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