Film: "Mord ist mein Geschäft, Liebling": Bud-Spencer-Comeback enttäuscht
zuletzt aktualisiert: 26.02.2009 - 12:40(RPO/RP). Eine ganze Generation ist mit seinen Filmen aufgewachsen: Italo-Altstar Bud Spencer. Jetzt feiert in er in der deutschen Produktion "Mord ist mein Geschäft, Liebling" ein Comeback - und tut sich und seiner großen Fangemeinde damit keinen Gefallen.
Bud Spencer macht aus den Motiven für sein Comeback keinen Hehl: "Ich kann es mir nicht erlauben, in Rente zu gehen. Ich hatte eine Reihe von privaten Problemen, die mich in finanzielle Schwierigkeiten gebracht haben", sagte der Schauspieler, der im Oktober 80 Jahre alt wird. Seine Filme hätten zwar viel Geld eingebracht, davon sei aber nichts mehr übrig.
Nun ist der Altstar, der vor allem in den 70er und 80er Jahren Western-Komödien an der Seite von Terence Hill bekannt wurde, wieder im Kino zu sehen. Die Geschichte von "Mord ist mein Geschäft, Liebling" ist schnell erzählt:
Der Profi-Killer Toni Ricardelli (Rick Kavanian) muss im Auftrag der Mafia den Bestsellerautor Enrico Puzzo (doch, doch: der Italowesternheld Franco Nero) aus dem Weg räumen, bevor das Manuskript seines neuen Enthüllungsromans den Verlag in Berlin erreicht.
Puzzo, Ricardelli und so fort – und so albern wie die Namensverballhornung ist nun auch die ganze Krimikomödie geraten, in deren Verlauf sich der knuddelige Killer in die schusselige Verlagslektorin Julia Steffens (Nora Tschirner) verliebt, die ihrerseits Ricardelli für den sehr verehrten Puzzo hält.
Aus der schwarzen Krimi- soll also auch noch eine bunte Verwechslungskomödie werden, gespeist aus der Hoffnung, dann auch die Pointendichte erhöhen zu können. Weit gefehlt! Der Regisseur Sebastian Niemann spielt nämlich derart hölzern und unbeholfen mit den Mustern des Genres, dass man in "Mord ist mein Geschäft, Liebling" verlässlich nur erfährt, was entschieden nicht zu seinem Geschäft gehört: Komödie mit Witz.
Schematisch reiht er Mafiaklischee an Psychiaterklischee an Bella-Italia-Klischee und versucht sich auch sonst, bar jeglicher Originalität, am abgestandenen Biedermannhumor der fünfziger, sechziger Jahre. Man wünscht sich sehnlichst Heinz Erhardt zurück.
Das Beste an dieser sich auch im Look altmodisch gebenden Klamotte ist der Soundtrack mit den unverwüstlichen Liedern von Dean Martin und das herzerfrischende Spiel von: Nora Tschirner. In "Keinohrhasen" hat sie neben Til Schweiger bereits ihr enormes komisches Talent gezeigt – auch hier räumt sie jetzt als grundsympathisch vertrotteltes Mädchen mit Pagenschnitt und Knopfaugen die meisten Lacher ab.
Doch diesen mörderisch schlechten Komödienaufguss kann auch Tschirner, patent wie Doris Day, aber vom Alltag gebeutelt wie Bridget Jones, mit ihrem präzisen Pointentiming nicht retten. Allein Bud Spencer als Mafiapate macht nach den Jahren der Leinwand-Abstinenz neugierig. Vielleicht wird es demnächst, so ließ er verlauten, noch einen Film mit seinem kongenialen Partner Terence Hill geben...
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