Komödie "Der Womanizer": Casanovas Heimsuchung
VON ALBERT BAER - zuletzt aktualisiert: 28.05.2009 - 11:33(RP). Eigentlich ist die 1843 verfasste "Weihnachtsgeschichte" von Charles Dickens eine kluge wie ironische Fabel über einen herzlosen Geschäftemacher, dem an Heiligabend Geister erscheinen, die aus dem grantigen Geizhals schließlich einen gütigen Menschenfreund machen. Unzählige Male wurde diese Geschichte bereits in diversen Versionen von Hollywood verfilmt, und man erinnert sich gerne zurück an "Die Geister, die ich rief", als sich Bill Murray vom fiesen Fernsehproduzenten zum grotesken Gutmenschen wandelte.
Von Dickens' Vorlage inspirieren ließ sich nun auch Lustspiel-Spezialist Mark S. Waters ("Solange du da bist") für seine Komödie "Der Womanizer – Die Nacht der Ex-Freundinnen". In der wird Matthew McConaughey als selbstsüchtiger Macho, der die Frauen wechselt wie andere das Hemd, von vier Geistern heimgesucht, die dem Ladykiller sein nutzloses Lotterleben vor Augen führen. Erst erscheint ihm sein verstorbener Onkel (Michael Douglas), der selbst ein Casanova war und seinem Neffen ein düsteres Ende prophezeit, wenn er sein Leben nicht grundlegend ändere. Dann tauchen noch drei weibliche Geister auf, die dem bindungsscheuen Gesellen ohne Pardon die Leviten lesen, ihn über die vielen gebrochenen Herzen aufklären, die er zurückgelassen hat, bis hin zu seiner Beerdigung, zu der allein sein Bruder erscheint. Allerdings belässt es Regisseur Waters nicht bei dieser zuweilen sarkastischen Läuterung, sondern schiebt noch viele formelhafte Gags sowie eine laue Liebesgeschichte ein. Dass dabei die Chemie zwischen McConaughey und Jennifer Garner (als Jugendliebe Jenny) nicht gerade prickelt, ist die eine Sache, die andere ist, dass Waters aus seiner Variation des Dickens-Klassikers zuwenig Hintersinn zieht und auf altbekannte Scherze wie eine zermatschte Hochzeitstorte setzt.
Und Matthew McConaughey? Der Solarium-Schönling mag zwar ein Frauenschwarm sein, ein guter Schauspieler ist er nicht. So nimmt man ihm die Wandlung vom Windhund zum Monogamisten nicht ab. Viel vergnüglicher ist da der Gastauftritt von Michael Douglas, der als Schwerenöter-Geist genüsslich sein einstiges Image als Weiberheld auf die Schippe nimmt.
Bewertung: 2 von 5 Sternen
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