Clooney und Zeta-Jones in "Ein (un)möglicher Härtefall"
zuletzt aktualisiert: 20.10.2003 - 09:52Frankfurt/Main (rpo). George Clooney und Catherine Zeta-Jones sind zweifellos zwei der attraktivsten Darsteller, die Hollywood derzeit im Angebot hat. Was lag also näher, den amerikanischen Frauenschwarm mit der schönen Waliserin in einer Leinwandproduktion zusammenzubringen?
Die inzwischen längst berühmten Brüder Joel und Ethan Coen haben den Versuch gewagt mit dem Traumpaar: Ab dem 23. Oktober kommt ihr neuer Film "Ein (un)möglicher Härtefall" in die Kinos, eine amüsante, wenngleich höchst oberflächliche Lektion in Sachen Geschlechterkampf.
Clooney, der sein komödiantisches Talent vorführen kann, spielt einen prominenten Scheidungsanwalt in Los Angeles. Dort sind Eheauflösungen im Bezirk der Reichen und Schönen eine äußerst lukrative Aufgabe für Spezialisten wie diesen Miles Massey. Er ist zudem Erfinder eines Ehevertrags, der absolut wasserdicht gegen alle Eventualitäten des ja stets unberechenbaren Zusammenlebens eines wohlhabenden Paars ist. Obwohl Massey beruflich wie privat von Erfolg zu Erfolg eilt, ist er eigentlich gelangweilt - soll das schon alles gewesen sein? Doch da tritt Marylin Rexroth in sein Leben, und langweilig ist es nun nicht mehr im Leben des Anwalts.
Denn diese brünette Marilyn ist kein blondes Dummerchen, das sich mehr als einmal von Massey um den erhofften "Scheidungslohn" bringen lassen will. Ihr reicht es schon, von dem Anwalt bei der Trennung von dem reichen Schürzenjäger Rex Rexroth ausgekontert worden zu sein, obwohl doch alle Trümpfe auf ihrer Seite zu sein schienen. Aber Marilyn, die bereits eine ganze Reihe von Scheidungen von wohlhabenden Männern hinter sich hat, lasst schon bald den Ölbaron Howard Doyle an der Angel ihrer Verführungskünste zappeln - der Auftakt zur geplanten großen Abrechnung mit Massey.
Eine nette Seifenblase von Film
Dass es zwischen ihm und seiner schönen Kontrahentin erotisch gewaltig knistert, macht das mit allen Finessen ausgetragene Duell erst so richtig pikant. Doch eben darin hat der Film seine Schwachstelle, denn zwischen Clooney und Zeta-Jones knistert es überhaupt nicht. Im richtigen Leben ist die Britin mit Michael Douglas verheiratet, der ohne Probleme auch Fieslinge verkörpern kann. Clooney ist dafür einfach nicht geeignet, er ist der Prototyp des anständigen Kerls, der zudem noch blendend aussieht.
Für Frauen wie die immer perfekt geschminkte, perfekt angezogene und perfekt in Szene gesetzte Zeta-Jones ist so einer nicht geeignet. Die besten Momente hat Clooney deshalb in dem Film, wenn er in manisch-komischer Besessenheit mit seiner Zahnhygiene beschäftigt ist, wobei er bemerkenswerten Mut zur satirischen Ironisierung des irrsinnigen Gebisskults der amerikanischen Oberschicht zeigt. Zeta-Jones hingegen wird kaum gefordert, sie muss einfach immer nur attraktiv sein, keine dankbare Aufgabe für eine frischgebackene Oscar-Preisträgerin, wohl aber die für die Kostüme zuständige Mary Zophres.
Die Brüder Coen, von denen bei dieser Produktion Joel allein Regie führte und Ethan am Drehbuch beteiligt war, haben sich offenbar beweisen wollen, selbst eine so genannte Screwball-Komödie glanzvoll auf die Leinwand zaubern zu können. Das ist ihnen halbwegs gelungen. Doch es ist nur eine nette Seifenblase aus der Welt der Illusionen, die genau in dem Augenblick zerplatzt, wenn der Film beendet ist. Erinnern wird sich an diesen bereits in Kürze niemand mehr.
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