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"Codename U.N.C.L.E." im Kino
Knallharte Agenten mit Charme

"Codename U.N.C.L.E." von Guy Ritchie im Kino
FOTO: dpa, sab
Düsseldorf. Bei ihm dürfen Männer noch echte Kerle sein: In den Filmen von Guy Ritchie kann von der Krise des vermeintlichen starken Geschlechts keine Rede sein. Bekannt wurde der 1968 geborene Brite mit ruppigen Gangsterkomödien wie "Bube, Dame, König, Gras" (1998) und "Snatch - Schweine und Diamanten" (2000). Echte Männerfilme. Von Johannes von der Gathen

In der Folgezeit war Ritchie vor allem damit beschäftigt, mit Pop-Diva Madonna verheiratet zu sein. Die Ehe hielt immerhin fast acht Jahre, bevor Ritchie mit den beiden "Sherlock-Holmes"-Filmen seinen Durchbruch in Hollywood feiern konnte. Der legendäre Detektiv ist bei ihm kein pfeiferauchender Sonderling, sondern ein muskelbepackter Actionheld, verkörpert von dem Energiebündel Robert Downey Jr.

Mit dem neuen Film "Codename U.N.C.L.E." bleibt Ritchie seiner Linie treu: Zwei knallharte Agenten, die aber manchmal auch die Lizenz zum Schmunzeln haben, kämpfen in den 1960er Jahren gegen ein ominöses Verbrechsyndikat, angeführt von einer diabolischen Frau.

CIA-Mann Napoleon Solo (Henry Cavill, "Man of Steel") und sein KGB-Kollege Illya Kuryakin (Armie Hammer, "The Social Network") sollen sich zusammenraufen, um der verbrecherischen italienischen Millionärin Victoria (Elizabeth Debicki), die mit einer Atombombe droht, das Handwerk zu legen. Dieser sehr überschaubare Plot, angereichert mit etwas Nazi-Grusel und Sixties-Flair, basiert locker auf der amerikanischen TV-Serie "Solo für O.N.C.E.L" (1964-68).

Ritchies rasantes, aber simpel gestricktes Kino-Update besteht primär aus einer Reihe von Verfolgungsjagden: Da geht es zunächst mit dem Trabi durch das düstere Ost-Berlin, ein schräges Zweitakter-Ballett. Später rasen die Helden mit dem Sportboot durch südliche Gefilde, oder es geht mit Geländewagen und Cross-Motorrad durch unwegsames Gelände. Da spritzt der Matsch dann sehr pittoresk. Aber die Split-Screen-Sequenzen und atemlos schnellen Schnitte können über die Schlichtheit des Drehbuchs kaum hinwegtäuschen.

Zwischen den sinnfreien PS-Capricen ähnelt "Codename U.N.C.L.E." dann bisweilen einer Mode-Illustrierten aus den 60er Jahren. Schrille Sonnenbrillen, poppige Pettycoats, braune Cordanzüge. Das alles ist ganz hübsch anzusehen, aber die biederen Hauptdarsteller bleiben einfach viel zu blass, als dass man über die volle Distanz sein Vergnügen hätte.

(dpa)
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