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Kinofilm "Collide"
Sinnlos durch Deutschland brettern

1. Trailer "Collide" (OV)
Düsseldorf. Der US-Actionfilm "Collide" wurde größtenteils auf den Straßen NRWs gedreht. "Stupid German Money" - so nennt man in Hollywood die bundesdeutsche Filmförderung, die mit großzügigen Zuschüssen und Steuervorteilen internationale Produktionen ins Land zu locken versucht. Dass man mit dummem, deutschem Geld auch dumme, internationale Filme machen kann, beweist nun Eran Creevys "Collide", der fast komplett in NRW gedreht wurde. Von Martin Schwickert

Der Actionfilm widmet sich der Faszination der Autobahn. Dass es auf deutschen Highways zum Teil kein Tempolimit gibt, ist für amerikanische Autofahrer, die nur mit maximal 85 Meilen pro Stunde (etwa 135 km/H) durchs weite Land tuckern dürfen, immer noch eine unfassbar verlockende Vorstellung.

Im Zentrum der - nun ja - Geschichte steht der junge Amerikaner Casey (Nicholas Hoult), dessen Freundin Juliette (Felicity Jones) an einem Nierenleiden erkrankt. Die Warteliste im deutschen Gesundheitswesen für ein Spenderorgan ist lang und die Zeit knapp. In den USA lässt sich das hingegen monetär lösen und so nimmt Casey für die neue Niere seiner großen Liebe wieder den alten Job als versierter Fahrer in krimineller Mission auf.

Ein Lastwagen voller Golfbälle gefüllt mit Kokain im Wert von fünf Millionen Euro soll dem Geschäftsmann und Drogenboss Hagen Kahl (Anthony Hopkins) entwendet und in den Besitz des durchgeknallten Gangsters Geran (Ben Kingsley) überführt werden.

Die hochkarätige Besetzung der kriminellen Kontrahenten ist das einzige, sichtbare Qualitätsmerkmal des Filmes, der allerdings leider darauf verzichtet, Hopkins und Kingsley direkt aufeinander loszulassen. Die beiden illustren Herren sind hier nur ein teures Dekor für einen geistlosen Actionfilm, in dem sich eine Autoverfolgungsjagd an die nächste reiht.

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Hoult und Jones in einem "B-Movie"

Da ergibt es sich gut, dass für den gebeutelten Helden nach dem verpatzten Coup in allen Krisensituationen immer ein PS-starkes Markengefährt bereitsteht, das mal über gute deutsche Autobahnen, durch die Metropole Köln oder die beschauliche Innenstadt von Monschau gelenkt werden kann. Die Blechschäden sind dabei gewaltig. Deutsche Streifenwagen werden lustvoll geschrottet und Nicholas Hoult versucht sein Bestes, um hinter dem Lenkrad den Leidensdruck seiner Figur herbei zu grimassieren.

Hoult und Jones sind mittlerweile durch Filme wie "X-Men: Apokalypse" beziehungsweise "Die Entdeckung der Unendlichkeit" zu internationalen Stars aufgestiegen und wahrscheinlich ist es ihrem frischen Ruhm (und der deutschen Verleihförderung) zu verdanken, dass der bereits 2014 gedrehte Film nicht direkt auf dem Videomarkt verklappt wurde. Immerhin kann sich die deutsche Filmförderung damit brüsten, etwas für die Rettung der B-Movies-Kultur getan zu haben, für die es im auf Mega-Blockbuster fokussierten Hollywood-Betrieb heute kaum noch Finanzierungschancen gibt.

Collide, Großbritannien/Deutschland 2016, Regie: Eran Creevy, mit Nicholas Hoult, Felicity Jones, Anthony Hopkins, 108 Minuten

Quelle: RP
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