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Kino-Kritik: Das Bourne Ultimatum: energiegeladener Agententhriller

zuletzt aktualisiert: 03.09.2007 - 12:26

Frankfurt/Main (RPO). Im Action-Thriller "Das Bourne Ultimatum" erweist sich die Wirksamkeit des Igel-Prinzips, wenn der aus dem Ruder gelaufene Geheimdienst-Killer Jason Bourne seinen Verfolgern mal wieder eine Nasenlänge voraus ist. Und wie die perfekt gedrillte Kampfmaschine dabei aus Jägern Gejagte macht, das ist erneut unterhaltsamer als manch anderes aufgemotztes Spektakel.

Matt Damon spielt Jason Bourne und Julia Stiles die Nicky Parson.  Foto: Universal Studios
Matt Damon spielt Jason Bourne und Julia Stiles die Nicky Parson. Foto: Universal Studios

Dabei variiert der am 6. September anlaufende Action-Thriller lediglich das aus den Vorgängerfilmen bekannte Thema. Seit Jason Bourne in "Die Bourne Identität" (2002) mit Gedächtnisschwund aus dem Mittelmeer gefischt wurde, ist er auf permanenter Selbstsuche und muss dabei allerlei Dunkelmänner aus seiner Vergangenheit ausschalten. Der Ausstieg ins Hippie-Paradies Goa mit seiner Geliebten Marie wurde ihm in "Die Bourne Verschwörung" (2004) verwehrt. Und so hetzt er weiterhin als Ein-Mann-Guerilla durch urbane Labyrinthe, auf der Jagd nach Maries Mördern und im Visier hypergeheimer CIA-Verschwörer, die ihren einstigen Elite-Killer mit aller Gewalt ausmerzen wollen.

Mit einer adrenalinhaltigen Ouvertüre in Moskau wird der Zuschauer gleich ins kalte Wasser geworfen. Zwar stellt sich heraus, dass ein Londoner Journalist mit Insider-Informationen über Bourne den CIA erneut auf seine Spur setzte, doch viel Worte werden nicht gemacht. Bourne, wie immer unbegrenzt mit Pässen und Finanzmitteln ausgestattet, kontaktiert den Reporter und versucht vergeblich, ihn an den Häschern vorbeizulotsen. Von Paris über London, Madrid und Tanger sucht er den Informanten und schleicht sich schließlich dort ein, wo alles begann: in die Höhle des Löwen, nach New York. Die Konfrontation mit jenem Dr. Frankenstein, der ihn einst erschuf, scheint die Bourne-Trilogie abzuschließen.

Katz-und-Maus-Spiel ohne High-Tech-Schnickschnack

Regisseur Paul Greengrass, der mit dem Drama "Flug 93" über eines der am 11. 9. 2001 von Terroristen entführten Flugzeuge viel Beifall bekam, zeigt erneut sein Talent für konzentrierte, mätzchenfreie Action in packender Atmosphäre. Bis zum Schluss reiht sich, mit Handkamera gedreht, eine Verfolgungsjagd an die andere, brillant choreografiert und frei von klotzigen Special Effects. Das elektrisierende Katz-und-Maus-Spiel zum Beispiel mit Überwachungskameras und Scharfschützen auf der Londoner Waterloo Station, inmitten von Pendlermassen, erinnert an ein virtuoses Ballettstück. Atemberaubend ist eine Hatz über die Dächer von Tanger, mit Sprüngen in Wohnungsfenster.

Und wenn dieser moderne Samurai ohne High-Tech-Schnickschnack und nur mit Geistesgegenwart bewaffnet auftritt, freihändig improvisiert und Zahnbürsten zu Waffen umfunktioniert, wirkt der Thriller handfester als sonstige Hochglanzspektakel. Matt Damon, eigentlich ein Milchgesicht, ist als stoischer Bourne diesmal etwas roboterhaft, aber erneut so markant gegen den Strich besetzt wie Neuzugang David Strathairn. Der Schauspieler, der sonst den "Guten" mimt, tritt hier als dubioser CIA-Unterling auf. Auch bekannte Mitspieler wie Agentin Nicky Parsons (Julia Stiles) und CIA-Karrierefrau Pam Landy (Joan Allen) offenbaren neue Facetten.

Ihre anziehend düstere Grundierung bekommt die energiegeladene Agenten-Saga durch Verweise auf die aktuelle Lage, in der die unsichtbare terroristische Bedrohung mit steigender Überwachungs-Paranoia einhergeht. So spielt eine Szene auf dem Madrider Atocha-Bahnhof, wo bei dem islamistischen Bombenanschlag vor drei Jahren fast 200 Menschen getötet wurden. Und Jason Bourne als mutierter Virus im Sicherheitssystem testet die Fehlbarkeit der immer gruseligeren Horch- und Guck-Apparate. Das lohnt sich nun zum dritten Mal - und da nicht nur Bournes Abgang, sondern auch die hübsche Nicky und Daniel Brühl als Maries Bruder Fragen offen lassen, ist durchaus ein "da capo" drin. Das wäre nicht die schlechteste Idee.

Quelle: ap

 
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