Film-Kritik: Das Schwiegermonster: Nett und harmlos
zuletzt aktualisiert: 23.05.2005 - 09:36Da lernt man den Mann seines Lebens kennen, ist verliebt bis über beide Ohren, und dann das: Seine Mutter kommt. Das kann ziemlich ins Auge gehen, wie die Hollywood-Komödie "Das Schwiegermonster" zeigt. Jennifer Lopez leidet hier ziemlich unter Jane Fonda, die ihre erste Rolle nach langer Leinwandabstinenz spielt.
Die zweifache Oscar-Preisträgerin liefert sich ein unterhaltsames, meist aber ziemlich harmloses Duell mit Charlie, der von Jennifer Lopez verkörperten Auserwählten ihres Sohnes Kevin. Kevin ist ein gut aussehender Arzt, der Charlotte, genannt Charlie, am Strand sieht und sich in die attraktive Latina verliebt. Derweil die beiden nach einigen Missverständnissen ihre Beziehung festigen, kommt auch schon Kevins verwitwete Mutter Viola ins Spiel: Diese ist eine bekannte Fernsehmoderatorin, die mit den Großen der Welt bekannt ist. Doch sie soll nun einem jüngeren Gesicht weichen. Mühsam um Haltung bemüht nach dieser schockierenden Nachricht, führt Viola ihr letztes Interview mit einem Teenie-Star.
Die einfältigen Antworten der Blondine versetzen die ohnehin innerlich aufgewühlte Moderatorin so in Rage, dass es zu einem Handgemenge kommt. Viola landet nach dem Eklat, der ihre Karriere beendet, in der Psychiatrie. Das ist die mit Abstand beste Szene des Films. Denn bekanntlich ist Jane Fonda, mittlerweile 67, ja eine politisch und gesellschaftlich besonders aktive Frau, die hier mit sichtlichem Vergnügen, aber auch Ingrimm eine handfeste Attacke gegen die Ausbreitung dekorativer Dummheit in den Medien reiten kann. Der nächste Schock, der nach Violas Entlassung aus der Anstalt auf sie wartet, ist der angekündigte Besuch ihres Sohnes und seiner Charlie.
Warum Lopez nicht ins enge Ballkleid kommt
Viola ist überhaupt nicht angetan von der Wahl ihres einzigen Sohnes. Nur sehr bemüht wahrt sie die Form. Aber von nun an ist ihr Ziel klar: Sie will das Paar mit allen Mitteln und Tücken wieder auseinanderbringen. Doch Charlie weiß sich zu wehren und geht zum Gegenangriff über. Am Ende taucht gar noch eine garstige Schwiegermutter auf, diesmal ist es Violas eigene. Bis dahin gibt es den einen oder anderen Lacher im Kino, und die Damen Fonda und Lopez wechseln sehr oft die Garderobe. Recht selbstironisch zeigt Lopez dabei, wie ein zu enges Ballkleid an ihrem berühmt-berüchtigten Hinterteil scheitert.
Ansonsten gehören die Filmszenen fast ausschließlich der furios, wenngleich manchmal überforciert aufspielenden Jane Fonda. Der junge australische Regisseur Robert Luketic lässt den Altstar gewähren, gegen die resolute Tochter des großen Henry Fonda hätte die Regie-Nachwuchshoffnung wohl auch keine Durchsetzungschancen gehabt.
Lopez ist als reichlich naive Jungverliebte und Hunde-Ausführerin für Reiche einmal mehr total unglaubwürdig besetzt. Wenn sie sich dann aber kratzbürstig dem Duell mit der älteren Furie Viola stellt, bekommt die singende Latina in ihrer Rolle durchaus Statur. Michael Vartan als Kevin bleibt blass, er muss einfach immer nur nett sein und den Dreitagebart pflegen. Fazit: Das Wiedersehen mit Jane Fonda mag schon eine Eintrittskarte wert sein, der Film "Das Schwiegermonster" nicht unbedingt.
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