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Satire "The Guard": Deftige Polizeikomödie

VON ALBERT BAER - zuletzt aktualisiert: 22.09.2011 - 11:06

(RP). Dass in diesem Film eine Menge rabenschwarzen Humors steckt, sieht man schon in den Anfangsszenen. Da hockt der korpulente irische Provinzpolizist (Brendan Gleeson) gemütlich in seinem Wagen und betrachtet spöttisch das Auto, das mit überhöhter Geschwindigkeit an ihm vorbeirast. Der Kerl ist abgebrüht, und sein Blick verrät, dass er weiß, bei diesem Tempo wird die Karre die nächste Kurve nicht schaffen.

Es kracht, kurz darauf läuft der herbe Hinterwäldler in Uniform seelenruhig zwischen den Leichen herum und sammelt die übrig gebliebenen Drogen ein. Dass die nicht in der Asservatenkammer seines Reviers landen werden, ahnt man. Nein, dieser Sergeant Gerry Boyle ist kein dienstbeflissener Dorfbulle, der tugendhaft seiner Tätigkeit nachgeht, sondern sich seine Zeit gern mit Whiskey, Rauschgift und Prostituierten vertreibt. Das ändert sich erst mal auch nicht, als der geschniegelte FBI-Agent Wendell Everett (Don Cheadle) im Kaff an der irischen Westküste auftaucht, auf der Jagd nach Kokainschmugglern.

"The Guard" ist das launige Langfilmdebüt von John Michael McDonagh, dem Bruder von Martin McDonagh, jenem Regisseur, der uns 2008 die gelungene Gangstergroteske "Brügge sehen . . . und sterben?" bescherte. Beide Filme ähneln sich, und das nicht nur, weil der großartige Brendan Gleeson in ihnen jeweils eine Hauptrolle spielt. Hier wie dort ist es nicht die Story, die den Ton angibt, es sind vielmehr die verschrobenen Figuren, die in ihrer absurden Überzeichnung amüsieren: Die kauzigen Drogendealer, die einem Tarantino-Film entsprungen zu sein scheinen und über ihre Lieblingsphilosophen schwadronieren, Don Cheadle, der wie die Karikatur eines Hollywood-Gesetzeshüters wirkt, und Brendan Gleeson, der mit dominanter Ausstrahlung den derben wie desillusionierten Misanthropen gibt, der sich rührend um seine todkranke Mutter kümmert und gleich darauf mit rassistischen Bemerkungen um sich wirft. Da kann sein kultivierter Kollege aus Übersee nur mit dem Kopf schütteln.

Irgendwann wird natürlich auch die eingeschlafene Moral des zynischen Polizisten vom Lande wiedererweckt, und wenn die beiden ungleichen Hauptfiguren mit Kalaschnikows und begleitet von Mariachi-Trompeten durch den irischen Nieselregen zum finalen Showdown spazieren, fühlt man sich wie in einem Western.

Bewertung: 3 von 5 Sternen

Quelle: RP

 
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