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"Der Kaufhaus Cop 2" im Kino
Die Rückkehr des sympathischen Underdogs

"Der Kaufhaus Cop 2" im Kino: Kevin James ist zurück
FOTO: dpa, kde
Berlin. Im "Kaufhaus Cop" wurde Paul Blart zum Helden wider Willen. Sechs Jahre später schlüpft US-Komiker Kevin James erneut in die Rolle des vom Alleinsein gebeutelten Wachmanns.

Das Kino liebt Las Vegas als glamourösen Schauplatz, ob in Mafia-Filmen ("Casino") oder Komödien ("Hangover"). Auch den von Kevin James verkörperten, so tollpatschigen wie selbstbewussten "Kaufhaus Cop", der 2009 seinen ersten Einsatz in einem großen Einkaufszentrum zu bestreiten hatte, verschlägt es diesmal in die Spielermetropole im Bundesstaat Nevada. Auf dem Regiestuhl abgelöst wurde Steve Carr durch Andy Fickman ("Daddy ohne Plan"). Kevin James, bekannt auch durch die TV-Serie "The King of Queens", fungierte erneut nicht nur als Hauptdarsteller, sondern auch als Co-Produzent und Mit-Autor der quirligen Slapstick-Komödie.

Zu Beginn dieser Fortsetzung erfahren wir, dass der vom Leben ohnehin stiefmütterlich behandelte Protagonist erneut Pech hatte: Die zum Ende des ersten Teils hin geschlossene Ehe mit der rothaarigen Amy hielt nur mickrige sechs Tage, zudem wird Pauls geliebte Mutter eines Morgens Opfer eines Milchlasters. Da kommt die Einladung nach Las Vegas zu einer Sicherheits-Messe recht, zumal Tochter Maya (erneut: Raini Rodriguez), kurz vor dem Sprung aufs College, ihren Vater begleitet.

Paul freut sich auf ein paar entspannte Tage in Vegas, auch wenn ihm das Loslassen schwer fällt, wittert der paranoide Wachmann doch allseits Betrug und Täuschung. Und wie immer liegt Paul nicht ganz falsch, hinter den Kulissen des schicken Hotels entspinnt sich nämlich ein krimineller Coup, es geht um Kunst von höchstem Rang, darunter auch ein van Gogh. Blart aber hat schon im Vorgängerfilm bewiesen, dass er es auch gern mal mit richtigen Gangstern anstelle von Kaufhausdieben und plärrenden Kindern aufnimmt.

Paul Blart gehört zu den sympathischsten Antihelden des zeitgenössischen Kinos. Was noch mehr als an den bisherigen Drehbüchern und Regisseuren an Hauptdarsteller Kevin James liegt. Er stattet seinen Blart mit großer Liebenswürdigkeit und Menschlichkeit aus. Blart ist ein weißer Durchschnittsamerikaner, wie man ihn sich tatsächlich als Aufpasser in jedem x-beliebigen Kaufhaus vorstellen kann. Trotz oder gerade wegen seiner Leibesfülle ist James (der demnächst 50 wird) zudem ein Meister des körperbetonten Humors.

Dass man auch noch Jahrzehnte nach Chaplin, nach Laurel und Hardy im Kino lachen muss, wenn James, wie jetzt im "Kaufhaus Cop 2", gegen eine Glasscheibe rennt, liegt einzig und allein am Darsteller. Der freilich auch im Sequel wieder von einigen famosen Nebenfiguren (darunter herrlich überzeichnete Kollegen aus dem Sicherheitsdienst) flankiert wird.

Andy Fickman erfindet mit seiner Fortsetzung das Genre der (durchaus familientauglichen) Comedy nicht neu. Sein "Kaufhaus Cop" aber ist actiongeladener, bunter und überdrehter als das Original von 2009, was auch am kongenialen Schauplatz, an Las Vegas, liegt, der wahrscheinlich surrealsten Stadt der Vereinigten Staaten. Neben all dem Slapstick aber, den neongrellen Hotelkulissen und der unterhaltsamen Action, zu der auch ein skurriler Kampf zwischen Kevin James und einem Pfau gehört, gibt es auch nachdenklichere Momente.

So hält Blart beim Security-Kongress vor Kollegen eine bewegende Rede, in der er darlegt, warum das Sicherheits-Business ihm so am Herzen liegt, aller gesellschaftlichen Geringschätzung seines Jobs zum Trotz. Zudem wird dem rührenden Vater-Tochter-Verhältnis in diesem Sequel mehr Raum zugestanden. Schließlich kämpft Underdog Paul Blart auch diesmal an mehreren Fronten.

(dpa)
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