"Goldständer" mit "Austin Powers"-Kultstar Mike Myers: Der schrillste Diener Ihrer Majestät
zuletzt aktualisiert: 21.10.2002 - 10:30Frankfurt/Main (rpo). Der erste Teil war gnadenlos komisch, der zweite "Austin Powers" hatte schon einige Hänger, die will Teil drei "Austin Powers in Goldständer" zumindest laut Titel vermeiden. Die Kinokassen wird der abgedrehte britische Geheimagent mit Sicherheit füllen.
Und wieder spielt der kanadische Komiker Mike Myers nicht nur den Helden, der "das Schärfste, was Ihre Majestät zu bieten hat" ist, sondern auch gleich drei seiner fiesen Gegenspieler: "Dr. Evil", "Fat Bastard" und eben jenen titelgebenden "Goldständer".
Mit dabei sind natürlich abermals "Mini me", als klonenhafte Zwergausgabe Dr. Evils verkörpert von dem strapazierfähigen 81-Zentimeter-Mann Verne Troyer, und die Altstars Robert Wagner sowie Michael York als "Nummer 2" und "Basil Exposition". Kurzum: Einem rundum gelungenem Kino-Festival der tollsten Absurditäten und verschrobensten Gags steht nichts im Wege. Obwohl es sehr schwer war, nach zwei komödiantischen Welterfolgen mit diesem "Austin Powers" eine dritte Auflage folgen zu lassen, die Lachstürme im Parkett garantieren würde.
Aber dem 39-jährigen Myers ist es gelungen, was schon die Tatsache zeigt, dass mit dem Film in den USA bereits über 200 Millionen Dollars eingespielt wurden. Ohne diverse Geschmacklosigkeiten und Albernheiten sind solche Erfolge wahrscheinlich nicht zu haben. Gleichwohl hat Myers genügend Witz, um die von ihm erdachte Erfolgsfigur abermals in jede Menge komische Szenen zu verwickeln. In der ersten von "Goldständer" soll der Agent sogar von seiner Queen zum Ritter geschlagen werden. Doch wie groß ist Austins Enttäuschung, diese große Stunde ohne seinen bewunderten Vater Nigel Powers verbringen zu müssen!
Das hat jedoch seinen Grund, ist doch der von dem fast 70-jährigen Michael Caine umwerfend ironisch als chronischer Frauenheld dargestellte Vater von dem Superschurken Goldständer entführt worden. Um dagegen etwas zu tun, muss Austin sogar die Hilfe seines Erzgegners Dr. Evil in Anspruch nehmen. Der sitzt in einem Hochsicherheitsgefängnis und hat Sehnsucht nach dem geliebten Mini Me, der seine Haft an einem anderen Ort abbrummt. Was folgt, ist eine Zeitreise ins Jahr 1975, die endliche Enthüllung des Geheimnisses um die Todfeindschaft zwischen Austin und Dr. Evil sowie jede Menge Spaß mit dem "Bugs Bunny des Spionagethrillers".
Myers ist nicht nur ein Verwandlungskünstler, sondern auch ein Comedy-Profi mit genauem Gespür für Tempo und gute Sprüche. Die hat der Kanadier als Drehbuchautor gemeinsam mit Michael McCullers entwickelt, beide arbeiten schon lange zusammen. Gemeinsam mit Regisseur Roach haben sie es geschafft, schon in den Eröffnungsszenen des Films einige Überraschungen zu präsentieren, deren Mitwirkende zu berühmt sind, um hier schon verraten werden zu dürfen.
Myers wollte keine weiteren Film um seine Agentenfigur machen, wenn ihm nichts Originelles mehr eingefallen wäre. Wenn es um viel Geld geht, sind das oft nur leere Versprechungen. Aber der Komiker hat Wort gehalten: In diesem "Austin Powers"-Film ist Lachen und gute Unterhaltung fürs Eintrittsgeld garantiert.
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