Tanzfilm-Remake "Fame": Der Traum vom Ruhm kehrt zurück
VON ALBERT BAER - zuletzt aktualisiert: 26.12.2009 - 09:51Düsseldorf (RP). Fame. Heute gilt der Film über den Werdegang einer Gruppe Studenten an einer New Yorker Schule für darstellende Künste als wegweisend. Jetzt, 30 Jahre später, kommt das Remake in die Kinos. Der Film beeindruckt mit schicker Optik und eindrucksvoll choreographierten Tanzszenen. Hängen bleibt am Ende nichts. Oberflächlichkeit ist hier System.
Manchmal verklären sich die Dinge. Als das Ensemble-Musical "Fame" von Regisseur Alan Parker 1980 in die Kinos kam, waren die Kritiken alles andere als euphorisch. Heute gilt dieser Film über den Werdegang einer Gruppe Studenten an einer New Yorker Schule für darstellende Künste als wegweisender Prototyp einer damals neuen Art von Musik- und Tanzfilm, zu dem sich in den folgenden Jahren noch Hits wie "Flashdance", "Footloose" oder "The Chorus Line" gesellten.
Nun gibt es ein "Fame"-Remake, und im Prinzip tischt uns der 24-jährige Kinodebütant Kevin Tancharoen, der bislang als Tournee-Choreograph für Popstars wie Madonna, Britney Spears oder Christina Aguilera tätig war, die gleiche Geschichte etwas modern aufgepeppt noch einmal auf. So dürfen wir erneut einer Gruppe junger Leute dabei zusehen, wie sie an der New York High School of Performing Arts ins Schwitzen kommen und sich wahlweise in den Fächern Musik, Tanz, Gesang oder Schauspiel abplagen, um ihren Traum vom Ruhm umzusetzen.
Oberflächlichkeit ist das Erfolgsrezept
Über vier Jahre hinweg, von der Aufnahmeprüfung bis zur Abschlussfeier, skizziert der Jungregisseur Höhen und Tiefen im Streben der Absolventen. Dass die Schüler dabei aus verschiedenen Gesellschaftsschichten kommen, ist obligatorisch für das Genre. Da haben wir die Konzertpianistin aus gutem Haus, die gerne Hip-Hop-Sängerin wäre, den wütenden Rapper aus dem Getto, der Schauspieler werden will, oder den Tänzer, dessen Talent nicht ausreicht.
Dass bei dieser Fülle an Figuren und einer Filmlänge von gerade mal 107 Minuten etliche Handlungsstränge zu kurz kommen, liegt auf der Hand, auch das Original litt an einer gewissen Oberflächlichkeit, zeigt die Schicksale der Charaktere bestenfalls schlaglichtartig.
Der neue "Fame" plätschert noch um einiges belangloser und stereotyper dahin, punktet aber mit einer schicken Optik sowie einigen eindrucksvoll choreographierten Tanz- und Gesangsszenen. Doch das alles zieht an einem vorbei wie in einem Videoclip, und die Gesichter, die uns der Film gezeigt hat, verblassen schon kurz nach Verlassen des Kinosaals. lll
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