Schlittenhunde und viel Landschaft: Die Disney-Komödie "Snow Dogs"
zuletzt aktualisiert: 14.10.2002 - 09:07Frankfurt/Main (rpo). Eine Disney-Komödie der Ungereimtheiten ist der neue Streifen "Snow Dogs - acht Helden auf vier Pfoten". Ein schwarzer Zahnarzt reist nach Afrika, um das Erbe seiner verstorbenen Mutter anzutreten und erlebt erwartungsgemäß einige Abenteuer.
Der angesagteste Zahnarzt von Miami erfährt, dass er ein Adoptivkind ist und reist nach Alaska, um das Erbe seiner verstorbenen Mutter anzutreten. Auch sein noch unbekannter Vater harrt seiner Entdeckung. Weiß wie Schnee, schwarz wie Ebenholz: die am 17. Oktober in die Kinos kommende neue Disney-Komödie "Snow Dogs - acht Helden auf vier Pfoten" erzählt ein ziemlich abseitiges Märchen. Denn Strahlemann Ted Brooks, der sich auf die Suche nach seinen Wurzeln begibt, ist schwarz.
Dunkle Haut vor weiß Gefrorenem ergibt hier zwar einen netten optischen Effekt, doch wieso es Teds afro-amerikanische Mutter Lucy nach Alaska verschlagen hatte, werden wir nie erfahren. Nur eine der vielen Ungereimtheiten, die diese arglose Komödie unbekümmert anhäuft. Regisseur Brian Levant, der auch "Ein Hund namens Beethoven" gedreht hat, hält sich nicht mit Erklärungen auf und verwendet die Farbunterschiede als bloßes Stilmittel, um eine blasse Geschichte bunter zu machen.
Acht Schlittenhunde mit schlechten Manieren
Ted, der verwöhnte Städter, wird in dem abgelegenen Städtchen in Alaska erwartungsgemäß von unwirtlichem Wetter und von unzivilisierten Einheimischen geplagt, die sich als rau aber herzlich herausstellen. Weil dies ein Disney-Film ist, steuern auch Tiere ihr Scherflein zu Teds Qualen bei: nebst einer Hütte hinterlässt ihm Mutter Lucy acht Schlittenhunde, die angesichts des zimperlichen Zahnarztes - "Feines Hündchen!" - ihre schlechtesten Manieren hervorkehren.
Im Nu ist sein Designer-Daunenmantel zerfetzt, und die Hunde machen sich einen Spaß daraus, Herrchen auf den Baum zu jagen - bis sich Ted aufrafft und das Alpha-Tier markiert. Dasselbe Problem hat er, als er seinen leiblichen Vater aufspürt: Thunder John, den knurrigsten Kauz der ganzen Gegend, ein - Vorsicht, Witz! - Weißer. Provoziert von dessen Bärbeißigkeit, nimmt sich Ted vor, Thunder John beim alljährlichen großen Schlittenhundrennen zu besiegen.
Unbeabsichtigte Ironie
Selbst im weit entfernten Alaska, wo Freaks hausen, haben schwarz-weiße Paare keine Chance, wie die seltsam vage nacherzählte Beziehung zwischen Thunder John und Lucy zu beweisen scheint. Auch Sohn Ted hält sich ans ungeschriebene Farbschema, als er sich in die Kneipenwirtin Barb verliebt, bestimmt das einzige schwarze, genauer: milchkaffeebraune Mädchen im Umkreis von vielen Meilen. "Latte Macchiato" bestellt Ted in Barbs rustikaler Kneipe, als er sie kennen lernt: die Ironie war von Regisseur Levant bestimmt nicht beabsichtigt.
Altstar James Coburn als grimmiger Vater ist ebenso unterfordert wie der oscargekrönte Hauptdarsteller Cuba Gooding Jr., der die meiste Zeit schreien muss. Neben turbulenten Schlittenfahrten zeigt der Film atemberaubende Ansichten der Naturschönheiten Alaskas. Lustig sind die Hunde, die dank Computeranimation mit den Augen zwinkern, flirtend mit den Wimpern klimpern und grinsend die Lefzen hochziehen.
Statt sich aber mehr auf die Tiere zu konzentrieren, langweilt die Komödie meist mit Herrchens altbackenem Klamauk. So ist der einzige rundum gelungene Gag eine Traumsequenz, in der die Schlittenhunde mit Sonnenbrille im Liegestuhl am Strand liegen und über Ted lästern. Kein Wunder, stehlen sie doch den Zweibeinern mit jedem "Wuff!" ein bisschen mehr die Schau.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum






