Filmauftritt der Sängerin Patricia Kaas: Die Romanze "And Now ..."
zuletzt aktualisiert: 27.01.2003 - 07:47Hamburg (rpo). Sängerin Patricia Kaas versucht sich in "And Now..." neben Jeremy Irons als Schauspielerin. Eines vorweg: Am Mikrofon auf der Bühne wirkt sie authentischer. Der Streifen dreht sich um zwei Menschen, die das Schicksal auf ungewöhnliche Weise zusammenführt.
Das Leben, sagt Claude Lelouch, sei sein Lieblingsfilm. Zwei Menschen, die ihm begegnet sind, hätten ihn zu "And Now ... Ladies & Gentlemen" inspiriert. Ein Dieb, der plötzlich auf die Idee kam, seine Opfer zu entschädigen. Und eine Jazz- Sängerin, die ihr Talent vor desinteressierten Touristen in einer Hotelbar verschwendet hat. In seinem neuen Film hat der Altmeister des französischen Films Schicksal gespielt und ihre Lebens-Routen in einer traurigen Romanze zusammengeführt.
Hauptdarsteller dieser recht verstiegenen Geschichte sind die Sängerin Patricia Kaas in ihrer ersten und Jeremy Irons in einer seiner schwächsten Rollen. Sein attraktiv zerknitterter Valentin ist ein kultivierter Meisterdieb alter Schule. Ein raffinierter Top- Gauner und Verführer, der seinen frühen Luxus-Ruhestand in Paris nicht genießen kann. Nicht nur sein Gewissen plagt ihn, er leidet unter beunruhigenden Blackouts.
Auch bei der Sängerin Jane kommt es immer wieder zu Filmrissen. Sie ist ebenfalls getrieben, am Boden wegen einer unglücklichen Liebesgeschichte und mit ihrer Karriere. Jane nimmt ein Engagement in einem Hotel in Marokko an. Hier strandet auch Valentin, buchstäblich, denn er ist wegen seiner mentalen Ausfälle bei seiner geplanten Weltumseglung vom Kurs abgekommen.
Der Film selbst bewegt sich auf einem Schlingerkurs zwischen Gaunerstück und schicksalhafter Romanze, die einen heilsamen Zauber entfaltet. In einer profanen Nebenhandlung verschwinden wertvolle Juwelen aus einem Hotelzimmer. Sie gehören der reifen Gräfin Falconetti, die ihren betuchten Gatten mit einem jungen Liebhaber betrügt. Es ist keine grandiose Rolle für Claudia Cardinale, für sie hat Lelouch nur Episoden in Traumschiff-ähnlicher Trivialität kreiert.
Valentin, der rastlose Ex-Dieb hat mit den Juwelen nichts mehr zu tun. Er ist auf der Suche nach größeren Dingen, die ihn von der Vergangenheit und dem Tumor im Kopf befreien sollen. Er wandert mit Jane durch die Wüste zu einer Pilgerstätte. Es ist dies auch nicht der Weg zu einem Happy End, sondern zur Läuterung. Lelouch und seinen beiden Hauptdarstellern auf diesem Weg zu folgen, ist dabei weder ein leichtes noch ein anspruchsvolles Vergnügen. Die Balance zwischen Unterhaltung und dem behaupteten Tiefgang will sich nicht einstellen. Jeremy Irons' Gebrochenheit reduziert sich auf die Ausstrahlung des verwitternden Beau mit dieser unwiderstehlichen Aura von Einsamkeit.
Patricia Kaas vermittelt den Eindruck, sich in ihrem Spielfilmdebüt nicht wohl zu fühlen. Als Sängerin auf der Bühne hat sie ihren Fans mehr zu geben als auf der Leinwand. Mit einer Einschränkung: Ihre Chansons sind das beste an diesem Film, der selbst den Ehrgeiz hat, wie eine Jazz-Ballade zu sein. Eine Mischung zwischen Blues und Swing, Herz zerreißend und romantisch. Trotz der Songs von Patricia Kaas ist es aber doch nur ein Stück Hintergrundmusik geworden.
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