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  Foto: Kinowelt
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Thriller-Komödie "Kiss and Kill": Ein Paar auf der Flucht

VON FRANK NOACK - zuletzt aktualisiert: 05.08.2010 - 09:26

(RP). Wenn ein Schauspieler eine gewisse Unbedarftheit ausstrahlt, hat das durchaus seinen Reiz – vorausgesetzt, er ist noch sehr jung, Anfang zwanzig vielleicht. Da lässt sich die Unbedarftheit als linkischer Charme, als authentische Naivität schönreden. Lange Zeit hat Ashton Kutcher von diesem Bonus profitiert. Inzwischen ist Demi Moores niedlicher Ehemann 32, und was einst als charmant herüberkam, wirkt nur noch dumm und schwerfällig.

Bei den einfachsten Dialogsätzen hat man das Gefühl, er habe wochenlang für sie geprobt. Ausgerechnet er versucht sich nun als James-Bond-Konkurrent, als CIA-Agent mit messerscharfem Verstand, der in Nizza einen Überläufer ausschalten soll.

Mit seinem ersten Auftritt wird er immerhin seinem Ruf als "toy boy", als Lustobjekt reiferer Damen gerecht. Zu Jen (Katherine Heigl), die gemeinsam mit ihren Eltern Urlaub an der Mittelmeerküste macht, steigt ein Fremder in den Fahrstuhl, der Spencer heißt und außer einer schwarzen Badehose nichts anhat. "Kiss and Kill" ist – zwei Wochen nach "Knight and Day" – schon wieder eine romantische Actionkomödie über ein Paar auf der Flucht vor Auftragskillern. Kutcher und Heigl sind nicht ganz so teuer wie Tom Cruise und Cameron Diaz, und auch an den Drehorten hat man gespart, die beschränken sich auf Nizza und eine kalifornische Kleinstadt. Dem Film fehlt etwas, das man nicht mit noch so vielen Millionen kaufen kann: Chemie zwischen den Stars. Es lässt sich zwar nachvollziehen, dass Jen den fremden Mann anziehend findet und eine Nacht mit ihm verbringen will, aber ihn heiraten? Genau das tut sie leider, und von da an geht es bergab mit dem Film, der so flott und amüsant begonnen hat.

Von der fehlenden Chemie soll das Chaos ablenken: Auf Spencer ist eine Prämie von 20 Millionen Dollar ausgesetzt worden, und wie es scheint, hat es die gesamte Nachbarschaft auf diese Prämie abgesehen. Das bedeutet endlose Verfolgungsjagden. Langweilig wird es nie, denn Regisseur Robert Luketic gestaltet jede Szene liebevoll, aber gegen die zentralen Fehlbesetzungen kann er nichts ausrichten. Heigl feiert im November ihren 32. Geburtstag, sie ist also fast ein Jahr jünger als Kutcher. Doch während er immer noch den pubertierenden Jungen gibt, muss sie sich wie eine alte Jungfer benehmen, die sich aus Angst, keinen Mann mehr abzubekommen, in hautenge Latexkleider zwängt. Diese sympathische, witzige und elegante Darstellerin hätte einen George Clooney, einen Brad Pitt als Partner verdient. Es ist an der Zeit, dass sie ihren Agenten wechselt.

Bewertung: 2 von 5 Sternen

Quelle: RP

 
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