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"Tropic Thunder": Eine schrille Parodie auf Kriegsfilme und Hollywood

zuletzt aktualisiert: 17.09.2008 - 08:45

Berlin (RPO). Ben Stiller proviziert mit seinem neuen Film ganz sicher. Ein Schlachtfeld ist nämlich eigentlich nicht der geeignete Schauplatz für eine Komödie. Und normalerweise beginnen diese auch nicht mit einem Kamerazoom auf schwer verwundete Soldaten, aus deren Bäuchen ungebremst Spaghetti und Würstchen und Ketchup-Soße hervorquillen. Genau so aber fängt Stillers neue grotesk-trashige Kriegsfilmparodie "Tropic Thunder" an.

Das Drehbuch verspricht einen - im positiven Sinn - durchgeknallten Film: Regisseur Damien (Steve Coogan) träumt vom teuersten Vietnamdrama der Kinogeschichte. Dafür heuert er eine Truppe bestbezahlter Schauspieler an: den selbstverliebten, nicht besonders schlauen Superstar Speedmann (Ben Stiller), den wehleidigen Komiker Portnoy (Jack Black) und den australischen Charaktermimen Lazarus (Robert Downey Jr.).

Nach anfänglichen Schwierigkeiten krempelt Damien seine Pläne um und setzt das Trio mitten im vietnamesischen Dschungel aus, wo sie sich, von einer versteckten Kamera verfolgt, in ramboartiger Manier durch das Dickicht schlagen müssen.

Dabei merken sie nicht, dass sie sich auf einmal in den Händen einer realen Drogenbande befinden. Scheint ja alles zum Dreh zu gehören, meinen die drei, und auch, dass sie es eigentlich mit dem amerikanischen Geheimdienst zu tun haben.

Ben Stiller liefert mit seiner vierten Regiearbeit "Tropic Thunder" eine herrlich abgefahrene Actionkomödie mit harter Musik und hektischen Schnitten. Der Film ist durch und durch überdreht und verspricht von Anfang bis Ende 107 rasante Minuten.

Auch bei den Spezialeffekten bewahrheitet sich der Name des Films: Ein regelrechter Sturm an Dolby-Surround-Explosionen und krachender Musik umtost den Zuschauer in seinem Kinosessel, so dass er sich zuweilen fühlt wie ein jugendlicher Computerspieler vor einem Egoshooter.

Stiller schafft mit "Tropic Thunder" nicht nur eine Parodie des Kriegsfilmgenres, er veräppelt zudem sich selbst und die gesamte Filmindustrie Hollywoods gleich mit dazu. Vor allem auf einen Kinoklassiker, der fast jedem Cineasten heilig ist, hat Stiller es abgesehen: auf "Apocalypse Now".

Bis in die letzte Rolle hat Stiller seinen Film, indem er selbst einen der Protagonisten spielt, mit arrivierten Namen besetzt. Neben Nick Nolte bringt er selbst Tom Cruise unter. Den allerdings erkennt der Zuschauer erst auf den zweiten oder dritten Blick.

Ob "Tropic Thunder" der lustigste Film des Jahres ist, ist Geschmackssache. Eines aber ist er mit Sicherheit: der lauteste.

Quelle: afp

 
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