kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Nicht verwenden!!!
  Foto: Warner
Kommentare ()

Kino-Kritik: Ferngesteuert von der CIA

VON THOMAS KLINGENMAIER - zuletzt aktualisiert: 20.11.2008 - 07:57

Düsseldorf (RP). In „Der Mann, der niemals lebte“ spielt Leonardo DiCaprio einen Spion, der von seinem Führungsoffizier mit Hilfe von Aufklärungsbildern durch
Krisenregionen gelenkt wird. Doch wie schon in „Black Hawk Down“ zeigt Regisseur Ridley Scott auch die Grenzen militärischer Macht.

Leonardo DiCaprio mimt im neuen Ridley-Scott-Film einen CIA-Ermittler.  Foto: Warner
Leonardo DiCaprio mimt im neuen Ridley-Scott-Film einen CIA-Ermittler. Foto: Warner

Jetzt, sofort und ohne Widerrede habe er mitzukommen, bedeutet der Beamte der jordanischen Sicherheitskräfte dem CIA-Agenten Roger Ferris. Der lässt sich in Ridley Scotts „Der Mann, der niemals lebte“ auf das Rendezvous ein und findet sich auf einer Müllkippe wieder, wo Scheinwerfer eine kniende Gestalt vor Dreck und Plastiksäcken für die Augen düster dreinschauender Geheimdienstmänner ausleuchten. Ferris (Leonardo DiCaprio) weiß nicht, ob er eine Hinrichtung verhindern soll, ob er aufpassen muss, nicht selbst eine Pistole ins Genick gesetzt zu bekommen, oder ob das ganze nur makabres Zermürbungstheater ist.

Info

Ridley Scott

Ridley Scott wurde 1937 im englischen South Shields geboren. Er studierte Graphikdesign und wurde Szenenbildner bei der BBC, ehe er einer der bedeutendsten Regisseur vor allem für den Actionfilm wurde. Werke: Alien, Blade Runner, Thelma & Louise, Gladiator, Black Hawk Down, American Gangster.

Scotts Adaption eines Thrillers von David Ignatius heißt im Original „Body Of Lies“, Lügengebäude also. Die nächtliche Müllhalde, auf der die Verbündeten der USA sich aufführen wie die Gegner der sogenannten freien Welt in naiven Spionagereißern früherer Tage, darf man getrost als Symbol für die Politik von George W. Bush nehmen. Phasenweise erinnert „Der Mann, der niemals lebte“ mit seiner Technik fetzchenweiser Preisgabe nie ganz verlässlicher Informationen an „Syriana“ von Stephen Gaghan.

Glasklarer Überblick

Der gebürtige Brite Ridley Scott („Alien“, „Blade Runner“), der seit Jahrzehnten für Hollywood arbeitet, begnügt sich nicht damit, einen Sumpf zu suggerieren, in dem die USA immer tiefer einsinken. Er zieht eine Bildebene höher einen glasklaren Überblick ein. Aufklärungsflugzeuge liefern detailscharfe Bilder von Häusern, Menschen, die in Echtzeit auf Bildschirmen der Planer und Entscheider zuhause in den USA landen. Wenn Ferris und seine Mitstreiter Angehörige eines islamistischen Terrornetzwerkes jagen, erinnert der Flugzeugblick an das Auge Gottes, das den Amerikanern einen Teil der Allwissenheit borgt. Was nicht heißen soll, dass Scott Flankenschutz für den Traum von präzisen Hightech-Schlägen liefert.

Schon in „Black Hawk Down“ hat er am Beispiel des Somalia- Debakels von der Begrenztheit militärischer Macht erzählt. Nun setzt er dem Gefechtsfeldüberblick Bilder enger Gassen, das unübersichtliche Gewimmel der Städte und die ständigen Lügenpokersitzungen der Akteure entgegen. Dieser Nahost-Krieg findet eben nicht auf offenem Schlachtfeld statt. Im Untergrundkampf kommt das Motiv des Superagenten ins Spiel. Ferris ist ein Sprach-Talent, das sich unter Arabern als Araber ausgibt, ein physisch wie geistig bestens gedrillter Einzelkämpfer, der die Terroristen aus der Deckung locken will, indem er eine virtuelle Terrororganisation entwirft.

Vom PC aus überall dabei

Ferris ist ein amerikanischer Wunschtraum, ein Vertreter der alten Weltmacht, der mit der Agilität und Energie des Jungbegeisterten handelt. In Scotts Film, der von Pietro Scalia („JFK“, „Black Hawk Down“) als aufregendes Puzzle geschnitten wurde, findet sich zu jeder These, jeder Haltung, jeder Andeutung auch der Widerspruch. Russell Crowe spielt Ferris’ Führungsoffizier Ed Hoffman, einen Strippenzieher, den die moderne Kommunikationstechnologie vom Behördenapparat befreit, der vom Handy und dem Heim-PC aus überall dabei sein kann. Das gibt ihm etwas Renegatenhaftes, aber auch einen seltsamen Zug von Gewöhnlichkeit. Crowe schenkt ihm eine unelegante Körpersprache. Sein Hoffman wirkt manchmal wie der zwielichtige Manager eines Popstars, der überlegt, wann es Zeit ist, auf einen neuen Sound und ein neues Gesicht zu setzen.

Amerika hat im Intrigenspiel Verbündete, denen es nicht trauen kann. Mark Strong („Stardust“) liefert uns den jordanischen Geheimdienstchef Hani als kaltschnäuzigen Teflonmann: Er lässt sich von der eigenen Brutalität nicht verwirren. Das sei keine Folter, das sei nur Bestrafung, sagt er angesichts eines blutig geprügelten Mannes. Dieser Hani aber ist beständig indigniert, dass man ihm nicht vertraut, und immer wieder scheinen seine Methoden der Lage vor Ort angemessen. In ihm wird die Hilflosigkeit nicht nur des Films, sondern der US-Politik deutlich. Wir sehen da die personifizierte Hoffnung, der Westen müsse bald nicht mehr die eigenen Prinzipien verletzen, weil die Drecksarbeit vor Ort von Einheimischen erledigt wird.


 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Schauspieler Heinz Eckner gestorben

"Rudi-Carrell-Show"

Schauspieler Heinz Eckner gestorben

Der Schauspieler Heinz Eckner ist im Alter von 87 Jahren in Achim bei Bremen gestorben. mehr 

U.D.O. präsentiert "Celebrator"

Doppelalbum der Heavy-Metal-Röhre

U.D.O. präsentiert "Celebrator"

Udo Dirkschneider ist gerade 60 Jahre alt geworden. Die Reibeisenstimme aus dem Bergischen, ... mehr 

mehr Kultur
Aus der Region

Doppelalbum der Heavy-Metal-Röhre

U.D.O. präsentiert "Celebrator"

"Snow White and the Huntsman"

Charlize Theron verbreitet Schrecken

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Tragischer Unfall: 400 Schafe fallen auf Autobahn

Hunderte Schafe sind in der Nacht zu Freitag auf eine Straße in Melbourne gefallen, als ein Tiertransporter auf einer Brücke umkippte und ... mehr 

Mehr Nachrichten aus Kultur Film
Heinz Eckner ist im Alter von 87 Jahren gestorben.

"Rudi-Carrell-Show"

Schauspieler Heinz Eckner gestorben

Der Schauspieler Heinz Eckner ist tot. Er starb im Alter von 87 Jahren im niedersächsischen Achim bei Bremen, wie der Sender Radio Bremen, bei dem Eckner in den 70er Jahren seinen größten Erfolg hatte, am Freitag mitteilte. mehr

 

"Snow White and the Huntsman"

Charlize Theron verbreitet Angst und Schrecken

 

Romy Schneider vor 30 Jahren gestorben

Am Leben und sich selbst gescheitert

 

"Skyfall" im November im Kino

Die ersten Bilder aus dem neuen Bond-Streifen

 

Demi Moore und Miley Cyrus in "LOL" im Kino

Wenn die Mutter nur noch Bahnhof versteht

 

Dritter Teil im Kino

"Men in Black" sind wieder in Form

Top-Services
Möbel aus Turngeräten
Möbel aus Turngeräten
Die Möbel der Firma "Zur schönen Linde" sind .. mehr 
 
Möbel aus Turngeräten
Möbel aus Turngeräten
Die Möbel der Firma "Zur schönen Linde" sind ..
mehr 
"Snow White and the Huntsman" - Schneewittchen für Erwachsene
"Snow White and the Huntsman" - Schneewittchen für Erwachsene
In "Snow White and the Huntsman" wird Schneewittchen nicht nur erwachs ..
mehr 
So verrückt sind die Outfits der Fans von Lady Gaga in Asien
So verrückt sind die Outfits der Fans von Lady Gaga in Asien
Wenn ein Popstar zum Konzert lädt, wollen die ..
mehr 
Kate und Pippa - wie sie zu Stilikonen wurden
Kate und Pippa - wie sie zu Stilikonen wurden
Dieser Bildband dokumentiert die Verwandlung ..
mehr 
Die ersten Bilder aus James Bond "Skyfall"
Die ersten Bilder aus James Bond "Skyfall"
Am 1. November kommt der 23. James Bond ins ..
mehr 
'Deconstructive Nudes' von Tomas Erhart
'Deconstructive Nudes' von Tomas Erhart
Ein paar der Bilder, die in der Ausstellung ..
mehr 
"LOL" - Demi Moore und Miley Cyrus auf der Leinwand
"LOL" - Demi Moore und Miley Cyrus auf der Leinwand
In den Hauptrollen spielen der "Hannah Montana"-Star Miley Cyrus als L ..
mehr 
ESC-Kandidat Roman Lob ist zurück aus Baku
ESC-Kandidat Roman Lob ist zurück aus Baku
Nach dem Eurovision Song Contest in Aserbaidschan ist der deutsche Tei ..
mehr