Film-Kritik: Fremde Haut: Liebe verkehrt herum
zuletzt aktualisiert: 17.10.2005 - 10:14Als lesbische Frau droht Fariba in ihrer iranischen Heimat die Todesstrafe, daher macht sie sich auf nach Deutschland, wo sie sich mehr Freiheit verspricht. Doch ihr kleines Glück hat einen hohen Preis - sie muss sich als Mann ausgeben...
Der Asylantrag der jungen Dolmetscherin (gespielt von Jasmin Tabatabai) wird im Eilverfahren abgelehnt, schon am Frankfurter Flughafen scheint ihr Traum zu enden. In ihrer Verzweiflung nimmt sie die Identität eines iranischen Mitinsassen an, den seine Lage in den Selbstmord getrieben hat. Unter dem Namen Siamak Mustafai erhält die kultivierte Großstädterin eine vorübergehende Aufenthaltsgenehmigung in der schwäbischen Provinz.
Fariba malt sich Bartstoppeln ins Gesicht, bindet sich die Brust ab, geht und spricht wie ein Mann und will doch nur so schnell wie möglich ihre Identität als Frau zurück. Um sich einen falschen Pass kaufen zu können, heuert sie als Schwarzarbeiter in einer Sauerkrautfabrik an. Dort lernt sie nicht nur "echte Männer" und viele dumme Sprüche kennen, sondern auch Anne, die sich von dem stillen Fremden angezogen fühlt. Fariba verliebt sich in die junge Mutter, lebt aber in ständiger Angst, ihr Geheimnis preiszugeben.
Der Film von Regisseurin und Drehbuchautorin Angelina Maccarone ist ein einfühlsames Drama um Identität, Heimatlosigkeit und Einsamkeit. Tabatabai glänzt nach ihrer Babypause in der Rolle der konfliktbeladenen Frau. Tabatabai, Tochter eines Iraners und einer Deutschen, war selbst mit elf Jahren von Teheran nach Deutschland gekommen und kennt das Gefühl der Entwurzelung. Nicht nur deshalb ist die 38-Jährige die perfekte Besetzung für diese Rolle.
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