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nokan Kool NUR MIT FILM panorama
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Drama "Nokan – die Kunst des Ausklangs": Fürsorgliche Bestatter

VON RUPERT KOPPOLD - zuletzt aktualisiert: 26.11.2009 - 03:28

(RP). Die Tote liegt unter einem weißen Laken vor den Trauernden, der Bestatter Daigo (Masahiro Motoki) kniet neben ihr und beginnt mit seiner Zeremonie. Er wäscht die junge Frau, kleidet sie an, schminkt sie – und plötzlich spürt er etwas unter dem verhüllenden Tuch, das dort nicht hingehört.

Der Cellist Daigo erwischt einen ungewöhnlichen Job.  Foto: Kool
Der Cellist Daigo erwischt einen ungewöhnlichen Job. Foto: Kool

Daigo flüstert mit dem Chef (Ikuei Sasaki). Der aber bleibt unerschüttert und fragt die Eltern der Verstorbenen ruhig, ob der Ritus für eine Frau oder für einen Mann sein soll. Und auch wenn Vater und Mutter sich nun mit Vorwürfen bewerfen, es bricht ein lange verschlossenen Familiengeheimnis auf, es klärt sich etwas.

Aber nicht nur die Eröffnungssequenz von Yojiro Takitas "Nokan – Die Kunst des Ausklangs" erzählt von den letzten Dingen, es sind diese immerwährendes Thema des Films. Wobei Daigo in dieses Thema eher hineinstolpert. Vor kurzem war er noch Cellist, als sein Orchester sich auflöst und er zudem erkennt, dass sein Talent für eine Profikarriere nicht ausreicht, zieht er sich mit seiner Frau Mika (Ryoko Hirosue) in die Provinz zurück, in das Haus der verstorbenen Mutter.

Als er sich auf eine Stellenanzeige bewirbt und sich herausstellt, dass es nicht um Tourismus, sondern um letzte Reisen geht, da bleibt ihm gar keine Zeit zur Widerrede, da hat ihn der Chef schon eingestellt. Welchen Beruf er nun ausübt, das hält Daigo zunächst auch Mika gegenüber geheim, und als ein alter Schulfreund es herausfindet, bricht der jeden Kontakt mit dem Bestattungsnovizen ab. Der Film aber sieht mit Sympathie und Detailgenauigkeit zu, wie gewissenhaft Daigo und sein Chef ihre Arbeit verrichten.

"Nokan" ist manchmal sehr komisch – etwa wenn Daigo für ein Lehrvideo eine zu bestattende Leiche spielt – , im Grundton aber ist dies ein melancholischer Film der gedämpften Farben und gemessenen Bewegungen. Auch eine leise Feier der Provinz und des traditionellen Japan steckt in ihm drin, wenn hier eine greise Frau noch immer ein öffentliches Badehaus betreibt, so ist das ihr Dienst an der Gemeinde beziehungsweise an deren aussterbenden Alten.

Ohne jede Aggressivität, ohne jede Denunziation wird hier ein entschleunigtes Refugium vorgestellt, an dem die Moderne interesselos vorbeirauscht. Ein wunderbar gelassener Film.

Bewertung: 4 von 5 Sternen

Quelle: RP

 
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