Film-Kritik: Haus aus Sand und Nebel: Symbol des Neuanfangs
zuletzt aktualisiert: 14.02.2005 - 14:09"Ist das Ihr Haus?" - am Anfang des Films "Haus aus Sand und Nebel" steht diese Frage. Eine apathische junge Frau (Jennifer Connelly) kann darauf allerdings nicht antworten. Ratlos steht sie vor ihrem Heim im blinkenden Licht von Rettungsfahrzeugen und es wird klar, dass die Geschichte eigentlich zu Ende ist.
Werbefilmer Vadim Perelman adaptierte für seinen ersten Spielfilm den gleichnamigen Bestseller von Andre Dubus und schuf mit den beiden Hauptdarstellern Ben Kingsley und Jennifer Connelly ein packendes Psychodrama, in dem zwei Menschen ihren Lebenstraum von einem Haus abhängig machen.
Die junge Frau heißt Kathy und ist am Ende. Ihr Mann hat sie verlassen, sie selbst ist alkoholkrank und arbeitslos. Allein lebt sie in ihrem Haus, das sie vom Vater geerbt hat, und gaukelt ihrer Familie erfolgreiches Eheglück vor. Die Post öffnet sie schon lange nicht mehr. Und so kommt der morgendliche Besuch von Polizei und Steuerbehörde völlig überraschend. Wegen angeblicher Steuerschulden werden das Haus und ihre gesamte Habe beschlagnahmt und sie selbst wird kurzerhand auf die Straße gesetzt.
Der stolze Exil-Iraner Behrani (Sir Ben Kingsley) ersteigert das Haus mit seinen letzten Ersparnissen und Geld, das er sich als Bauarbeiter verdient. Mit dem Erlös aus dem Weiterverkauf will er einen Traum realisieren. Er will seiner Familie wieder den Lebensstandard ermöglichen, den sie in der Heimat gewohnt war. Auch er spiegelt seinem Umfeld ein Leben vor, das er sich eigentlich nicht leisten kann.
Doch Kathy nimmt die Enteignung nicht so einfach hin und kämpft erbittert um ihr Recht. Als sich die Beschlagnahmung als Irrtum des Finanzamtes herausstellt, spitzt sich die Konfrontation zwischen Kathy und Behrani dramatisch zu. Beide klammern sich verzweifelt an das Haus, das für sie zum Symbol für einen Neuanfang geworden ist.
Drehbuchautor und Regisseur Vadim Perelman gelang mit seiner Romanadaption ein überaus spannendes Drama um Lebensentwürfe und deren tragisches Scheitern. Die brillante Charakterzeichnung durch die beiden Hauptdarsteller zieht den Zuschauer bis zum tragischen Schluss in den Bann einer Geschichte, die auch ohne den spektakulären Inszenierungsstil gängiger Hollywood-Produktionen spannend bleibt. Von Kameramann Roger Deakins in wunderbaren Bildern festgehaltene Landschaftseindrücke unterstreichen die persönlichen Tragödien der Protagonisten und garantieren ein visuell bestechendes Kinoerlebnis.
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