Danny DeVito als fieser Zwerg: "Heist - Der letzte Coup" - Merkwürdig schematisch
zuletzt aktualisiert: 28.01.2002 - 11:58Frankfurt/Main (rpo). Nervenkitzel stellt sich dann ein, wenn Gauner ein paar Gesetze brechen. Und Gesetze sind nicht das Ding der drei Männer und einer Frau, die mit ihren raffinietren Raubzügen für wohliges Schaudern sorgen.
Anführer des kriminellen Quartetts ist Joe Moore (Gene Hackman), ein mit allen Wassern gewaschener Meisterdieb, der für die Polizei bisher ein Unbekannter geblieben ist. Doch bei einem Juwelenraub geschieht das Unerwartete: Joe will einen kaltblütigen Mord vermeiden, nimmt seine Maske ab und wird prompt von einer Überwachungskamera aufgenommen. Da sieht er plötzlich ganz alt aus. Und diese Panne nimmt wiederum Joes Hehler Bergman (Danny DeVito) zum Anlass, die Bezahlung zu verweigern. Erst wenn die Gruppe einen zweiten Coup ausführt, gibt es Geld von Bergman.
Der alt gewordene Bandenchef würde sich liebend gern mit seiner jungen Frau und Mitarbeiterin Fran (Rebecca Pidgeon) ins Privatleben zurückziehen und notfalls auf sein Honorar verzichten. Aber als der Verkauf seiner Luxusjacht fehlschlägt, akzeptiert Joe den neuen Auftrag und willigt sogar zähneknirschend ein, Bergmans Assistenten Jimmy Silk (Sam Rockwell) als Aufpasser in sein Team aufzunehmen.
Der junge Jimmy ist schon deshalb eine Fehlbesetzung für Joe, weil er ein Auge auf Fran geworfen hat. Und Joe wäre nicht der gewiefte Taktiker, der er zweifellos ist, wenn er nicht seine Frau einsetzen würde, um von Jimmy zu erfahren, was Bergmann vorhat und ob er die Truppe erneut betrügen will.
Der zweite Überfall, an dem auch wieder Joes eingespielte Kumpane Bobby (Delroy Lindo) und Pinky (Ricky Jay) teilnehmen, bildet das Kernstück des Thrillers. Diesmal geht es um einen Goldraub aus einem Frachtflugzeug. Auf dem Flughafen setzten Joe und seine Leute einen sorgfältig ausgetüftelte Plan um, ein Täuschungsmanöver folgt dem anderen. Doch das Verwirrspiel geht erst richtig los, wenn das Gold bereits gestohlen ist.
"Heist - Der letzte Coup" erinnert mit der Konstellation "alter Hase gegen jungen Hüpfer" an "The Score", wo Robert de Niro und Edward Norton um die Beute kämpften. Hier tritt Gene Hackman gegen Sam Rockwell an, und es liegt nicht an ihnen, wenn wir spätestens bei der kümmerlich inszenierten Schießerei am Ende des Films das Interesse verloren haben.
Denn leider konzentriert sich David Mamet zu sehr darauf, die Wendungen in der Geschichte plausibel zu machen. Die Figuren bleiben dagegen merkwürdig schematisch. Danny DeVito spielt zum x-ten Mal den fiesen Zwerg, Mamets Ehefrau Rebecca Pidgeon verkörpert die undurchsichtige Film-noir-Heldin und Gene Hackman das kriminelle Superhirn.
Mamet, dem als Drehbuch- und Theaterautor schon bemerkenswerte Vorlagen gelungen sind ("The Untouchables", "Wag the Dog") und der mit der "Unsichtbaren Falle" einen intelligenten Thriller nach einem eigenen Drehbuch inszeniert hat, führt sein Publikum in "Heist" sowohl als Drehbuchschreiber wie auch als Regisseur ohne Finesse. Er selbst ist in die Falle seines Stoffes gegangen.
"Heist" - Der letzte Coup" kommt am 31. Januar in die Kinos.
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