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Film-Kritik: House of Wax: Zäh wie weiches Wachs

zuletzt aktualisiert: 30.05.2005 - 10:36

Im Wachsfigurenkabinett stellen sich einem schonmal die Nackenhaare auf - trotz starrer Blicke scheinen die Menschen fast zu leben. In "House of Wax" geraten Jugendliche in ein altes Museum, das seine "Betreten verboten"-Schilder nicht umsonst angebracht hat. Doch es wäre ja kein Horror-Film, wenn sich Paris Hilton und die anderen daran halten würden...

Regisseur Jaume Collet-Serra griff ein altes Horror-Motiv wieder auf und strickte mit "House of Wax" ein zeitgerechtes Slasher-Filmchen, das ein jugendliches Publikum im Visier hat. Die Geschichte ist schnell erzählt: Um auf dem Weg zu einem wichtigen Footballspiel Zeit zu sparen, nimmt eine Gruppe Jugendlicher eine Abkürzung durch unbekanntes Terrain und landet in dem verschlafenen Nest Ambrose. Und weil sie auch noch eine Autopanne haben, sitzen sie erst einmal fest. Also erkundet man trotz Verbotsschilder das Wachsfigurenkabinett. Ein begnadeter Künstler muss da am Werk sein, denn die ausgestellten Figuren wirken sehr realistisch. Doch als die neugierigen Besucher das Geheimnis der künstlerischen Fertigkeit lüften und feststellen, dass in den Figuren reale Menschen "eingewachst" sind, ist es schon zu spät. Der Schöpfer des "House of Wax" braucht neues Material, um seine Sammlung zu bereichern. Die Jagd hat begonnen und reduziert die abenteuerlustige Gruppe dramatisch.

Streng nach dem Muster der Slasher-Filme baut das Drehbuch auf eine schlichte Story mit den üblichen Konflikten unter Jugendlichen, bravem Sex und der obligatorischen Jagd auf blonde Opfer. Das Opfer in "House of Wax" wird von Starlet Paris Hilton verkörpert, die einige Male dekorativ über die Leinwand gejagt wird, aber bei keinem ihrer Auftritte Ansätze eines großen schauspielerischen Talents vermuten lässt.

Leider läuft der Spannungsaufbau des Films sehr träge, weil sich die Geschichte zu sehr in den privaten Konstellationen der Jugendlichen verzettelt. So richtig Fahrt nimmt der Film erst nach gut einer Stunde auf. Wer durchgehalten hat, wird dann allerdings durch ein Finale furioso entschädigt. Mit opulenten Spezialeffekten, die die Konsistenz von Wachs herrlich in Szene setzen, und deftigen Tötungsvarianten holt der Film im Endspurt alles auf, was er bis dahin versäumt hat.

"House of Wax" wird sicher sein Publikum finden, ein Klassiker wie sein Vorgänger "Das Kabinett des Professor Bondi" aus dem Jahre 1953 wird er wohl nicht werden.

Quelle: afp

 
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