"Hulk" - Der grüne Riese und die Schöne
zuletzt aktualisiert: 30.06.2003 - 08:51Frankfurt/Main (rpo). Ab dem 3. Juli steht Hollywoods neue Comic-Verfilmung "The Hulk" auf dem Programm der Kinos. Es bedarf keines großen Wagemuts, diesem Film von Meisterregisseur Ang Lee einen ganz großen Erfolg vorherzusagen. Denn dem gebürtigen Taiwaner ist das fast Unmögliche gelungen: ein Action-Spektakel mit Tiefgang und auf höchstem ästhetischem Niveau.
Für Comic-Fans ist "The Hulk" natürlich kein Unbekannter, schließlich existiert diese Figur des Autors Stan Lee und des Zeichners Jack Kirby schon seit 40 Jahren. Von 1977 bis 1982 war sie auch Mittelpunkt einer erfolgreichen TV-Serie. Titelheld ist der junge Wissenschaftler Bruce Banner, der bei einem Laborunfall einer Überdosis Gamma-Strahlung ausgesetzt wird. Banner überlebt wie durch ein Wunder. Doch von nun an verfügt er über die Fähigkeit, in emotionalen Stresssituationen zu einem grünen Riesenmann zu werden, den auch eine Superarmee nicht aufhalten kann.
Der einzige Mensch, der dann aus dem zornigen Giganten wieder einen sanften und sympathischen jungen Mann machen kann, ist seine schöne Kollegin Betty Ross, die früher auch seine Freundin war. Beider Schicksal ist eng verknüpft durch das ihrer feindlichen Väter: Der von Banner ist ein irrsinniger Forscher, der seine Familie ins Unglück gestürzt hat. Bettys Vater ist ein starrsinniger Militär, der bei der Bekämpfung des "Bösen" vor keinem Mittel zurückschreckt. Noch immer bekriegen sich die alten Todfeinde, worunter besonders Banner leidet. Denn der muss sich nicht nur des Generals erwehren, sondern auch des eigenen Vaters.
Gute Chancen auf Oscars
Schon die ersten Szenen des Films machen klar, mit welcher Intelligenz und visuellem Einfallsreichtum Ang Lee einen Comic-Helden auf die Leinwand bringt. Erstmals findet ein Regisseur Bildmontagen, die dem Charakter der Vorlage entsprechen und sie reflektieren. Hier hat einer nicht nur mit großem Etat die Kamera draufhalten lassen, sondern sich genau überlegt, wie ein Geschehen zu transportieren ist, das sehr leicht ins Lächerliche abrutschen könnte. Und immer wieder zeigt Ang Lee tieferes Interesse an seinen Figuren, die deshalb auch emotional den Betrachter anrühren.
Der Australier Eric Bana in der Titelrolle ist eine glaubwürdige Besetzung, dessen Gesichtszüge auch dann noch zu erkennen sind, wenn die Tricktechnik aus ihm den grünen Koloss gezaubert hat. Die aparte Oscar-Preisträgerin Jennifer Connelly bringt als Betty Ross weibliche Anmut ebenso wie Entschlossenheit ins Spiel. Der knorrige Sam Elliott als ihr Generals-Vater ebenso wie der wandelbare Hollywood-Haudegen Nick Nolte geben "The Hulk" markante Akzente. Zusammen mit der überragenden Regie-Leistung von Ang Lee hat sich vor und hinter der Kamera ein Team zusammengefunden, das bei der Oscar-Vergabe im März 2004 nicht unbelohnt bleiben dürfte.
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