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"A Most Violent Year“ im Kino
So korrupt war New York in den 80er Jahren

J. C. Chandor:: "A Most Violent Year" mit Oscar Isaac
FOTO: dpa, bsc
Düsseldorf. "A Most Violent Year" heißt der neue Film von Regie-Talent J. C. Chandor. Es ist ein guter Film, das Werk reicht jedoch nicht an Großtaten wie "All Is Lost" heran. Von Alexandra Stahl

Wer hart arbeitet, kann alles erreichen - nur wenn es um Öl geht, muss man ein bisschen härter sein. Der amerikanische Traum und das große Geld in der Ölindustrie, zwei der zentralsten Motive des US-Kinos, verhandelt der neue Film von J.C. Chandor, der schon mit Werken wie "Margin Call" und "All Is Lost" Erfolge feierte. "A Most Violent Year" spielt nun in einer eher nicht friedfertigen Zeit: dem New York der frühen 80er Jahre. Dort hat sich der spanische Einwanderer Abel in der Heizölbranche hochgearbeitet und will seine Firma weiter ausbauen. Weil Kriminalität und Korruption die Stadt im Griff haben, wird das für ihn und seine Familie gefährlich.

Den Schauspieler Oscar Isaac kennen viele als verträumten Lockenkopf-Musiker aus dem Coens-Film "Inside Llewyn Davis". Nun läuft er als Ölunternehmer Abel Morales mit akkurat gestutztem Haupthaar und entschlossenem Blick durch New York. Abel ist geachtet - und will mehr. Ein millionenschweres Industriegelände soll es sein. Der Kauf ist so gut wie abgewickelt, nur ein Kredit steht noch aus.

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Weil aber Abels Lieferanten immer wieder brutal überfallen werden und sich schließlich zur Wehr setzen, interessiert sich die Polizei für den Ölunternehmer. Parallel dazu bereitet die Staatsanwaltschaft eine Klage vor, und die Bank ist sich plötzlich nicht mehr sicher, ob sie Abel so viel Geld leihen will. Bekommt er es nicht, verliert er alles.

Ein Mann kämpft also um seine Existenz. Weniger spannend ist dabei, von wem Abel sich wie viel Geld leihen muss, und wie er diejenigen dazu bekommt. Interessanter ist der Konflikt, den Abel mit seiner Frau Anna austrägt: So zart und zerbrechlich Jessica Chastain ("The Disappearance of Eleanor Rigby") als Unternehmersgattin mit erdbeerblondem Haar und teuren Satinblusen wirkt, so skrupellos kann sie sein, wenn es um das Vorankommen der Firma geht.

Regisseur Chandor verhandelt bei all dem die Frage, wie realistisch der amerikanische Traum ist. Gelingt er auf legalem Weg? Abel hält sich für rechtschaffen, der Zuschauer weiß es besser. Chandor entzaubert einen Mythos.

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Bemerkenswert neben dem intensiven Spiel von Isaac und Chastain ist die Ausstattung des Films. Von den Kostümen über die Möbel bis zu den überlangen manikürten Fingernägeln Chastains ist die Opulenz der Achtziger zu sehen. Am meisten beeindruckt dabei aber New York - eine Stadt, die man tausendmal gesehen zu haben meint, die hier aber eine so ganz andere ist.

Menschen werden im gleißenden Sonnenlicht überfallen, von den U-Bahn-Stationen bis zu den Gebäuden ist alles im Verfall. Von hektischen Menschenströmen ist nichts zu sehen, stattdessen Polizisten, die in ihrer Idiotie einer "Simpsons"-Folge entsprungen sein könnten.

Mehr als zwei Stunden dauert der atmosphärische Film, der viel hat für eine gute Geschichte, am Ende aber trotzdem nicht begeistert. Dafür bleiben die Dialoge hölzern, der Plot ist vorhersehbar. Gedreht wurde in Stadtteilen wie Brooklyn, der Bronx oder Staten Island.

Am Ende bleibt auch Abel nur, sehnsüchtig nach Manhattan zu blicken.

Quelle: RP
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