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Kino-Kritik: Jodie Foster in der Wildnis

VON FRANK NOACK - zuletzt aktualisiert: 19.06.2008 - 08:57

Düsseldorf (RP). Jodie Foster hat kurz nacheinander drei Filme über Frauen in Gefahr gedreht: „Panic Room“, „Flightplan“ und „Die Fremde in dir“. Das waren spannende, packende Filme, aber jeder schien den vorherigen zu imitieren: Jodie allein zuhaus, Jodie im Flugzeug, Jodie in den Straßen von New York. Fehlte nur noch Jodie in der Wildnis.

Szene aus dem Abenteuerfilm "Die Insel der Abenteuer".  Foto: Universal
Szene aus dem Abenteuerfilm "Die Insel der Abenteuer". Foto: Universal

Genau das bekommen wir jetzt zu sehen. „Die Insel der Abenteuer“ soll eine Komödie sein, aber der Humor wirkt reichlich forciert. Die zerstreute Schriftstellerin Alex Rover trainiert auf einem Laufband, und als das Telefon klingelt, fällt sie vom Band und stößt sich den Kopf. Ein andermal rennt sie gegen einen Baum. Nein, den Humor vergessen wir lieber. Am besten ist der Film, wenn er die bekannten Foster- Thriller zitiert und sie als die zierliche Frau im Kampf mit den Elementen vorführt, erneut als Beschützerin eines kleinen Mädchens.

Dieses kleine Mädchen ist die eigentliche Hauptfigur. Nim lebt auf einer einsamen Insel. Die Mutter ist tödlich verunglückt und der Vater, ein Meeresbiologe, nach einem Bootsunfall verschollen. Nim hat nur noch einen Verbündeten: den Schriftsteller Alex, von dem sie nicht weiß, dass es sich um eine Frau handelt. Per E-Mail erteilt Alex dem Mädchen Ratschläge. Eine Freundschaft entsteht.

Dann beschließt die menschenscheue Großstädterin, Nim persönlich auf ihrer Insel zu besuchen. Piraten und hässliche Touristen gefährden das Paradies. Sie müssen vertrieben werden. Eine weitere Erzählebene widmet sich den Abenteuern der männlichen Romanfigur Alex, die wie Nims Vater von Gerard Butler („300“) verkörpert wird. Zu kompliziert für einen Kinderfilm? Man gewöhnt sich an den Wechsel von Traum und „Realität“.

Schwerer fällt es, sich an das affektierte Spiel von Abigail Breslin zu gewöhnen. Mit ihren zwölf Jahren hat sie bereits in 22 Filmen mitgewirkt, das verbindet sie mit dem ehemaligen Kinderstar Jodie Foster. Doch während Foster ein unbequemes, nachdenkliches Kind war, ist Abigail Breslin von einer unangenehmen Gefallsucht. Ständig ruft sie dem Publikum zu: Bin ich nicht niedlich? Nein, ist sie nicht, weil ihre Niedlichkeit zu berechnend wirkt. Den Regisseuren Jennifer Flackett und Mark Levin fehlte offenbar die nötige Autorität, um die kleine Diva zu bremsen.

So besteht das einzige Vergnügen darin, Jodie Foster zu beobachten. Eine begnadete Komikerin mag sie noch immer nicht sein, aber es gibt Anzeichen von Selbstironie. Sie macht sich über ihren eigenen verbissenen Perfektionismus lustig. Allein ihretwegen lohnt der Film.


 
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