Filmkritik zu "Transporter 3": Keine Angst vor dem Ruhestand
VON CHRISTIAN KURTH - zuletzt aktualisiert: 10.01.2009 - 14:42Düsseldorf (RPO). Es ist so einfach. Ein schnelles Auto, eine hübsche Ukrainerin und viel Action - der dritte Teil der "Transporter"-Reihe mit dem stahlharten Jason Statham macht Männer glücklich.
Statham, alias Ex-Elite-Soldat Frank Martin, verbringt die meiste Zeit seines Ruhestands in seinem Auto, einem schwarzen, ps-monstrigen Audi A8. Frank trägt ein elektronisches Armband, das explodiert, sollte er sich 20 Meter von seinem Fahrzeug entfernen. Mit an Bord ist die entführte Tochter des ukrainischen Umweltministers, der erpresst wird, eine Genehmigung für die Entsorgung von Giftmüll zu unterschreiben.
Die Jagd beginnt in Marseille an der französischen Riviera, führt über München, Budapest und Bukarest nach Odesssa. Zeit genug (104 Minuten) für etliche Verfolgungsszenen, aber auch für eine Liebesgeschichte, denn die attraktive Valentina (Natalya Rudakova) verführt Frank während der gemeinsamen Reise.
Oder war es umgekehrt? Bei einer Kampfeinlage sieht sich der Transporter einem Schlägertrupp mit Ketten und Eisenstangen gegenüber. Um den Nachteil in Sachen Waffen auszugleichen, entblößt sich Martin nach und nach, um Jackett, Krawatte und Hemd zum erfolgreichen Widerstand zu benutzen.
Nicht nur der unfreiwillige Strip beeindruckt Valentina, ihr Chauffeur erweist sich zudem als extrem witzig. Nachdem der Transporter ein Dutzend Prügelknaben mit Knochenbrüchen verabschiedet hat, kommt noch ein breitschultriger 2,10-Meter-Hüne um die Ecke. Martin fragt: "Und Du bist der Schlaue?".
Der Koloss gibt sich schlagfertig: "Ich bin der Brecher". Ob seiner Statur mag der Kinobesucher ihm kurz Glauben schenken, doch eine Minute später stürzt der "Brecher" bewusstlos durch eine Holzpalette in die Grube. Martin: "Jeder Brecher bricht mal ein."
"Transporter 3" führt das unterhaltsame Nivau seiner Vorgänger fort. Dank nicht ernst zu nehmenden Actionszenen und dem überragenden Statham, der auch nach einer zehnminütigen BMX-Tour mit einem gefühlten Durchschnittstempo von 50 km/h nicht ins Schwitzen gerät.
Stets genervt, aber ebenso oft elegant verrichtet der muskelbepackte und auch sonst gut aussehende Held sein Tagewerk und lässt am Ende viel Platz für Hoffnungen auf einen vierten Teil. Denn Teil drei beweist, dass Ruhestand nicht das Ende bedeutet.
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