Das Symbol des Verrates: Kriegsdrama: "Die vier Federn"
zuletzt aktualisiert: 18.11.2002 - 13:43Am Ende des 19. Jahrhunderts gerät der britische Offizier Harry Feversham (Heath Ledger) in einen Konflikt. Er stellt das gesamte Kolonialsystem seines Landes in Frage und quittiert schließlich den Dienst an der Waffe. Als Symbol seiner Feigheit schicken ihm seine Kameraden und seine Verlobte vier weiße Federn.
Nach seinem Historiendrama "Elizabeth" hat sich der britisch-indische Regisseur Shekhar Kapur in dem Kriegsdrama "Die vier Federn" erneut mit der Geschichte Großbritanniens beschäftigt. Sein Film spielt zur Blütezeit des britischen Imperialismus und erzählt von Freundschaft und Liebe, von Selbstfindung und Loyalität.
Harry, ein aufstrebender Offizier im Dienste ihrer Majestät, ist bei seinen Kameraden beliebt und wird von seinen Vorgesetzten geachtet. Verlobt mit der hübschen Ethne (Kate Hudson), liegen ein erfülltes Leben und eine viel versprechende Karriere vor ihm. Als sein Regiment in Nordafrika ein britisches Fort gegen sudanesische Rebellen verteidigen soll, wird Harry jedoch von Selbstzweifeln übermannt. Er stellt nicht nur sich selbst, sondern das gesamte Kolonialsystem seines Landes in Frage. Zwischen Pflichterfüllung und eigenem Gewissen hin- und hergerissen, quittiert er schließlich den Dienst an der Waffe. Daraufhin schicken ihm seine Kameraden und seine Verlobte als Symbol seiner Feigheit vier weiße Federn.
Nur sein bester Freund Jack (Wes Bentley) verteidigt Harrys Entscheidung, ohne dessen genaue Beweggründe zu kennen. Während das Regiment sich auf den Weg nach Afrika macht, sitzt Harry allein in London - von der Gesellschaft isoliert, ohne zu wissen, wie es weitergehen soll. Um seine Ehre wiederherzustellen, macht er sich auf den Weg in den Sudan, wo er als Araber verkleidet seine Kameraden auf ihrer Mission unterstützen will.
Überzeugend spielt der australische Jungstar Heath Leadger den Ausbruch aus dem systematischen Leben im steifen viktorianischen England. Auf seiner Suche nach sich selbst findet er im exotischen Afrika ein Vorbild im weisen afrikanischen Söldner Abou Fatma (Djiimon Hounsou), der ihm als "Schutzengel in Menschengestalt" mehrfach das Leben rettet. Dank seiner Hilfe wird Harry in die Lage versetzt, seine Freunde vor einem Hinterhalt der Rebellen zu warnen.
"In seinem Kern ist dies ein Film über Jungen, die in den Krieg ziehen und zu Männern werden", betont Kapur. "Er handelt von dem Übergang aus der naiven Sicherheit der Jugend heraus, hin zu der Erkenntnis von Zweifeln und schließlich zur Selbsterfahrung des Erwachsenenseins", sagt der Regisseur.
Dieser Prozess wird besonders durch die äußere Veränderung der Protagonisten deutlich. Wo anfangs jugendliche Unbefangenheit und Verspieltheit in den Gesichtszügen der Protagonisten zu sehen waren, zeichnen sich im weiteren Verlauf die Qualen und Leiden des mörderischen Treibens in der Wüste ab. Am Ende behalten die Afrikaner in einer blutigen Schlacht die Oberhand über die britischen Invasoren, doch für Harry ist die Odyssee durch den Sudan damit noch nicht beendet.
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