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Kino-Kritik: Liebesgrüße eines Toten

VON FRANK NOACK - zuletzt aktualisiert: 17.01.2008 - 13:06

Düsseldorf (RP). Liebesfilme berühren einen wunden Punkt: Wer gibt schon zu, dass er auf diesem Gebiet keine oder nur schlechte Erfahrungen gesammelt hat? Natürlich gibt es auch schlechte, verlogene Liebesfilme, die Skepsis oder Spott verdient haben. Aber „P.S. Ich liebe Dich“ muss gegen Zyniker verteidigt werden, gerade wegen seiner heiklen Ausgangssituation: Richard LaGravaneses Film ist eine romantische Komödie über Trauerarbeit.

Hilary Swank in "P.S. Ich liebe dich".  Foto: Tobis
Hilary Swank in "P.S. Ich liebe dich". Foto: Tobis

Es trauert die Amerikanerin Holly um ihren irischen Ehemann Gerry, der an einem Gehirntumor gestorben ist. Sie trifft sich mit gemeinsamen Freunden, um Gerry lebendig werden zu lassen, besucht seine Heimat und spürt weiterhin seine Gegenwart.

Der Film spricht Zuschauer an, die ihre große Liebe durch einen frühen Tod verloren haben und ist darüber hinaus eine Liebeserklärung an Irland. Das allein erklärt jedoch nicht den Erfolg von Cecelia Aherns Romanvorlage, die sich in den Kinos wiederholen dürfte.

Was zuerst angenehm auffällt, ist das völlige Fehlen von Sentimentalität. Holly und Gerry sind ein hartgesottenes Liebespaar, sie streiten sich heftig, aber man spürt, dass ihre Beziehung den Streit aushält. Dass man in Hilary Swank immer noch die Boxerin aus „Million Dollar Baby“ sieht, erweist sich als Vorteil, doch die größte Überraschung hält Gerard Butler bereit. Der Held aus dem blutigen Spektakel „300“ beweist hier, dass er mehr kann als Brüllen und Zähneblecken. Er vermittelt die Tragik eines Mannes vom Land, der seiner Frau in die Großstadt gefolgt ist und sich entwurzelt fühlt.

Fast wirkt es wie eine Buße, wenn Holly mit ihren besten Freundinnen nach Irland reist, um die Heimat und Familie ihres toten Ehemannes kennenzulernen. Die Freundinnen sind abgebrühte, unternehmungslustige Frauen von Mitte 40, die ohne Illusionen auf Männerjagd gehen, dabei jedoch nie einen verbitterten Eindruck machen. Hartgesotten und gefühlvoll – so knapp lässt sich die Stimmung des Films auf den Punkt bringen.

Der Tote tritt den gesamten Film hindurch auf. Das hätte leicht in Geisterkitsch und Verharmlosung des Todes ausarten können. Aber Gerry läuft nicht als Geist umher, er wird einfach in Rückblenden gezeigt. Der Film bleibt auf der Erde, der Tote bleibt tot, und man verlässt erleichtert das Kino, weil eine traurige Situation nicht künstlich schöngeredet wird.


 
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