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Kino-Kritik: Lustiges Agentenleben

VON THOMAS KLINGENMAIER - zuletzt aktualisiert: 17.07.2008 - 09:51

Wer sitzt schon gerne den ganzen Tag am Schreibtisch? Viel spannender ist es, am Schleppseil eines Kleinflugzeugs, das von einem Amateurpiloten (Alan Arkin) gelenkt wird, in wildem Pendeln zwischen Schussverletzung und Genickbruch über den Highway voller Hindernisse in Niedrigfliegerhöhe dahingezerrt zu werden. Und dabei einen durchgedrehten Terrorbaron (Terence Stamp) zu verfolgen, der die Welt gerne mit Atompilzen verschönern würde.

Maxwell Smart (Steve Carrell) alias Agent 86 schafft in „Get Smart“ diesen Sprung vom Innendienst in den Außendienst. Der neue Kino- Smart ist zwar ein Pechvogel, Gernegroß und Langsammerker, im Großen und Ganzen aber ein kompetenterer Typ als sein TV-Vorgänger. Der trat 1965 seinen Dienst an, in einer Serie, die von Mel Brooks mitgeschrieben wurde und dessen begnadete Albernheit wunderbar demonstrierte. „Mini-Max oder die unglaublichen Abenteuer des Maxwell Smart“, wie das Werk bei uns hieß, stieß in die Lücke zwischen dem realen, martialischen Geheimagentenimage im Kalten Krieg und der gloriosen Überhöhung des Schattensoldaten in der neuen Kinoserie um James Bond.

Von dort machte „Get Smart“ sich nach beiden Seiten lustig über die im Unter- und Hintergrund agierenden Wächter der Freiheit. Smart, der für die fiktive Behörde Control arbeitete, war ein linkischer Totalversager. Brooks subversive Botschaft: „Glaubt der Selbstdarstellung jener Leute nicht, die immer neue Haushaltsmittel für die Kommunistenabwehr wollen.

Und glaubt den Traumbildern des Kinos nicht, die gloriose Übermenschen liefern, wo kleine Buchhalter arbeiten.“ Das Problem der späten Kinowiederbelebung von Smart? Die Botschaft ist längst angekommen und die Bond-Filme tragen ihre eigene Parodie schon in sich. Der Film reibt sich an nichts mehr, vor allem, weil ihm der Mumm fehlt, sich wirklich böse an der Einschränkung der Bürgerrechte in der Bush-Ära abzuarbeiten.

Gemessen an diesem Handicap, ist „Get Smart“ überraschend lustig geraten. Carrell liefert als übereifriger Biedermann seine bislang beste Leistung und Regisseur Peter Segal („Die nackte Kanone 33 1/3“) inszeniert etliche Albereien so straff, dass sie in einen rasanten Actionfilm passen würden. Nur gibt es in den 110 Minuten immer wieder dürre Passagen, die sich auf eine längst erschöpfte Grundkomik der Agentenveräppelung verlassen. Dabei treibt doch genau das Smart an: Die Ahnung, sein Dienst sei im Kern langweilig.


 
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