| 14.12 Uhr

"Macho Man"
Christian Ulmen versucht es mal als Macho

Kinostarts der Woche
Kinostarts der Woche FOTO: Moviepilot
Düsseldorf. Unterschiedliche Kulturen aufeinanderprallen zu lassen, hat sich schon oft als Erfolgsgarant für eine Komödie erwiesen. "Maria, ihm schmeckt's nicht" oder "Almanya - Willkommen in Deutschland" sind dafür Beispiele. Wenn dann auch noch ein käsiger, deutscher Softie auf eine moderne, türkische Schönheit trifft, kann eigentlich nichts mehr schiefgehen. Von Britta Schmeis

Das hat Moritz Netenjakob mit seinem Besteller "Macho Man" bewiesen, aus dem er ein Drehbuch destilliert hat. Christof Wahl hat es nun verfilmt mit - wer könnte besser passen - Christian Ulmen in der Titelrolle.

Immerhin, selbstkritisch ist er, dieser leicht übergewichtige Daniel (Ulmen). "Auf einer Skala von Schlumpf bis Batman bin ich maximal bei Bastelschlumpf", gesteht er seinem türkischen Schwager in spe. Da gönnt man dem sympathischen Loser doch einen heißen Flirt im Cluburlaub in der Türkei.

Warum sich ausgerechnet die Animateurin Aylin (Aylin Tezel) für den Typen mit Trecking-Sandalen und hochklappbarer Sonnenbrille interessiert, mag zwar verwundern, scheint zugleich aber auch logisch. Daniel ist schließlich kein Aufschneider, dafür witzig, kinderlieb - und wird zum Glückspilz. Denn Aylin lebt ebenso wie er in Köln und kehrt nach dem Sommerjob dahin zurück. Nun muss Daniel nur noch in die türkische Familie eingeführt werden.

Das geht natürlich schief: Daniel hat einen schlaffen Händedruck, keinerlei Ahnung von türkischem Fußball (sein Herz schlägt für den 1. FC Köln, was Lukas Podolski einen Gastauftritt einbringt) und nutzt auch schon mal die heilige Tageszeitung "Hürriyet" als Grillanzünder. Ulmen mimt diesen Schlaffi mal wieder mit Bravour, doch die Geschichte strotzt vor Klischees. Das ist mitunter ganz lustig, in der Fülle und Plattheit am Ende aber doch allzu belanglos.

"Macho Man", Deutschland 2015 - Regie und Kamera: Christof Wahl. Buch: Moritz Netenjakob. Mit Christian Ulmen, Aylin Tezel, Samuel Finzi, Nora Tschirner, 98 Min.

Quelle: RP
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