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Sherry Hormanns Fußball-Komödie: Männer wie wir: Schwule Kicker, schale Gags

zuletzt aktualisiert: 04.10.2004 - 12:30

Fußball und schwul, das passt nicht zusammen. Und doch gibt es sie, die kickenden Homos. Ihnen hat Regisseurin Sherry Hormann jetzt ein Denkmal gesetzt, dass einige gute, aber leider auch recht viele schale Gags aufweist. 

Wer in der münsterländischen Provinz Fußball spielt, der muss ein ganzer Kerl und Kumpel sein. Ecki, der als Bäcker im Familienbetrieb der Eltern arbeitet, bringt äußerlich alle Voraussetzungen dafür mit: Er ist blondgelockt, muskulös und nicht auf den Mund gefallen. Dass er als Torwart des Dorfvereins FC Boldrup mit einer missglückten Aktion den Aufstieg in die Regionalliga vermasselt, wäre ihm deshalb irgendwann verziehen worden. Aber nicht, noch am gleichen Tag als Schwuler geoutet zu werden.

Mit doppelter "Schmach" belastet, flieht Ecki in die Großstadt Dortmund. Aber er hinterlässt in Boldrup ein Versprechen: In nur vier Wochen will er mit einer Mannschaft aus schwulen Spielern in die Heimat zurückkehren und das Team seines alten Vereins herausfordern. Also sucht er sich auf teils kuriose, teils abenteuerliche Weise in Dortmund eine in jeder Weise bunte Truppe zusammen, mit der sich Ecki für die heimatliche Demütigung revanchieren will. In dem reichlich heruntergekommenen Ex-Fußballprofi Karl wird ein Trainer gefunden, und einen Namen finden die schwulen Kicker in den rosafarbenen Trikots auch für sich: "Lattenknaller".

Leider bewegt sich der deutsche Film "Männer wie wir", der ab dem 7. Oktober in die Kinos kommt, etwas zu oft auf dem verkrampften zotigen Niveau des Vereinstitels. Das verwundert umso mehr, als eine Frau Regie geführt hat. Sherry Hormann hat dazu einen guten Namen unter den einheimischen Filmemachern. Immerhin hat Hormann mit Streifen wie "Frauen sind was Wunderbares" (1992) und "Irren ist männlich" (1996) gepflegte Komödienkost für die Leinwand vorgelegt. Seit einigen Jahren arbeitet Hormann allerdings ausschließlich fürs Fernsehen. Das blieb leider nicht ohne Auswirkungen, denn "Männer wie wir" ist zwar akzeptabel für den Bildschirm. Doch Kinoformat hat die Komödie um den schwulen Torwart keineswegs.

Biedere deutsche Komödienkost

Es verwundert deshalb auch nicht, den Namen eines großen privaten TV-Senders unter den Machern des mit 106 Minuten zu lang geratenen Filmes zu lesen. Und die Liste der Mitwirkenden erinnert ans Studium der wöchentlichen Fernseh-Programmzeitschrift: Dietmar Bär, Saskia Vester, Mariele Millowitsch und Christian Berkel. Immerhin ist auch ein alter Haudegen des einstigen deutschen Jungfilms wie Rolf Zacher mit von der Partie, der den vom Leben arg ramponierten Trainer Karl verkörpert. Sein Kinodebüt feiert der Nachwuchsschauspieler Maximilian Brückner als blonder Wuschelkopf Ecki.

Brückner ist ein sympathischer Typ, der durchaus noch öfter auf der Leinwand zu sehen sein könnte. Und das kickende Schwulen-Team, das sich im Finale des Films mit der Dorfmannschaft messen muss, ist dem Multi-Kulti-Ideal politischer Korrektheit sichtlich verpflichtet. Aber vom Hocker reißt diese harmlose Komödie, die im Jahrhundertsommer 2003 in Köln gedreht wurde, garantiert keinen Zuschauer. Ein Brite hätte das weit witziger, Hollywood dynamischer, Dänen hätten es tiefsinniger und Franzosen charmanter gemacht. "Männer wie wir", inszeniert von einer gebürtigen Amerikanerin, ist deutsche Lustspielkost, die frivol sein will und stets bieder bleibt.

Quelle: ap

 
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