Tony Scotts harter Thriller mit Denzel Washington: Mann unter Feuer: Die Rache eines Leibwächters
zuletzt aktualisiert: 27.09.2004 - 14:44Creasy (Denzel Washington) hat mit seinem Vorleben als CIA-Agent abgeschlossen, doch er ist rastlos. Er ist einsam, hat ein Alkoholproblem und Blut an den Händen. Als er sich wider Willen zu einem Job als Leibwächter überreden lässt, scheint sein Schicksal besiegelt. Tony Scotts harter Thriller zieht die Zuschauer in seinen Bann.
Warum sich Creasy von seinem alten Freund Rayburn dazu überreden lässt, einen Job als Leibwächter der kleinen Tochter einer reichen Familie in Mexico-City zu übernehmen, weiß er selbst nicht so recht. Pita heißt das ziemliche altkluge Mädchen, das er davor schützen soll, auch noch Opfer einer Welle von Entführungen zu werden, von der wohlhabende Mexikaner heimgesucht werden. Pitas Eltern sind der Industrielle Samuel Ramos und dessen schöne amerikanische Frau Lisa.
Nur sehr langsam entwickelt sich zwischen dem mürrischen Trinker und dem kleinen Mädchen, das er tagtäglich zur Schule bringt und von dieser abholt, ein innigeres Verhältnis. Dann aber kommt es doch zur Katastrophe, die Creasy mit knapper Not überlebt. Pita befindet sich in der Gewalt von Kidnappern, ihr verwundeter Beschützer erholt sich von seiner schweren Schussverletzung.
Als Creasy wieder aktionsfähig ist, kennt er nur noch ein Ziel: Er will gnadenlos Rache nehmen an denen, die Pita in ihre Gewalt gebracht und ihn dabei fast getötet haben. Wie er Rache nimmt, was aus dem Mädchen wird und was Creasy Schicksal ist, das zeigt ab dem 30. September Tony Scotts ebenso harter wie spannender Thriller "Mann unter Feuer". Mit Oscar-Preisträger Denzel Washington ist die Hauptrolle nicht nur herausragend, sondern auch absolut glaubwürdig besetzt. Washington bringt mit seiner Darstellungskunst eine Figur auf die Leinwand, die noch lange in Erinnerung bleiben dürfte.
Rachefeldzug wird emotional vorbereitet
Regisseur Scott hat ein Drama inszeniert, dessen optische Qualität und sorgfältiger Spannungsaufbau außergewöhnlich sind. Dem Zuschauer wird viel Zeit gelassen, sich mit den Figuren vertraut zu machen. Und selten war ein amerikanischer Film zu sehen, der sich so intensiv auf die Riesenstadt Mexico-City einließ, ihre Atmosphäre in so intensiven Bildern bannt. Anrührend geschildert wird die Entwicklung der Beziehung zwischen dem vom Leben gezeichneten schwarzen Beschützer und dem kleinen lebhaften Mädchen. Das ist indessen die zwingende Voraussetzung dafür, den erbarmungslosen Rachefeldzug Creasys nach der Entführung emotional zu akzeptieren.
Natürlich wirft Selbstjustiz immer kritische Fragen auf. Und auch Scotts Film ist nicht ganz frei von bestimmten Vorurteilen gegen Latinos. Aber die Geschichte ist zu dicht und zwingend, um nicht in ihren Sog zu geraten. Und deshalb ergibt sich etwas, was die meisten faszinieren, einige aber auch schockieren dürfte: Wenn Creasy seine Blutspur hinterlässt auf dem Weg zur Befreiung Pitas, dann ist der Zuschauer an seiner Seite und wünscht ihm Erfolg um jeden Preis. Dazu bedarf es allerdings auch eines Sympathieträgers wie Washington, der mit dieser Rolle erneut einen Meilenstein in seine große Karriere setzt.
Hervorragend ist auch US-Kinderstar Dakota Fanning als Pita. Das zehnjährige Mädchen hat schon in etlichen Kino- und TV-Filmen mitgewirkt. Trotzdem ist erstaunlich, wie sie Denzel Washington eine gleichwertige Partnerin auf der Leinwand ist. Scotts Film bringt ein Wiedersehen mit dem italienischen Schauspieler Giancarlo Giannini, dazu sind Christopher Walken und Mickey Rourke mit von der Partie. Trotz der Länge von 146 Minuten ist "Mann unter Feuer" keine Sekunde langatmig oder gar langweilig. Thriller solcher Qualität sind im Kino nicht oft zu sehen.
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