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"Margos Spuren“ im Kino
Die Lebenslust der Cara Delevingne

"Margos Spuren“ im Kino: Die Lebenslust der Cara Delevingne
FOTO: dpa, kde
Düsseldorf. Teenager-Zeit ohne Revolte? Geht gar nicht. In "Margos Spuren" inszeniert Regisseur Jake Schreier einen Aufstand der Braven. Dahinter steckt die unverschämte, lebenshungrige Margo, die eines Tages spurlos verschwindet. Von Cordula Dieckmann

Doch ihr Freund aus Kindertagen, der biedere Quentin, ist fest überzeugt, dass sie ein Spiel mit ihm treibt. Er glaubt, dass sie Hinweise versteckt hat, die ihn nach und nach zu ihr führen sollen. Gemeinsam mit seinen braven Streberfreunden begibt er sich auf eine abenteuerliche Reise, die ihr Leben völlig auf den Kopf stellen wird. Ganz nebenbei geht es um die Suche nach Identität, nach Echtheit gerade in einem Alter, in dem altvertraute Strukturen wie Familie ins Wanken geraten und junge Menschen sich selbst neu erfinden.

Nach dem berührenden Jugend-Drama "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" wird mit "Margos Spuren" erneut ein Roman von John Green verfilmt. Jake Schreier hat daraus ein unterhaltsames und anrührendes Coming-of-Age-Werk gemacht, das an einigen kleinen Schwächen leidet. So sind manche Entwicklungen nicht immer nachvollziehbar und scheinen bisweilen etwas konstruiert. Und auch manche Sätze wirken etwas altklug, etwa wenn Margo sagt: "Du musst dich erst verlieren, bevor du dich selber findest."

Cara Delevingne spielt diese geheimnisvolle Schöne, die in ihrer Abenteuerlust eine selbstzerstörerische Seite offenbart und einen ungestillten Wunsch nach Aufmerksamkeit und echten Gefühlen. Margo empfindet ihre Heimatstadt Orlando als "Paper Town", als unwirkliche Stadt, mit falschen Geschäften, Straßen und Menschen. Die Leute dort erschaffen sich ihre Realität immer und immer wieder. In der allgemeinen Suche nach Authentizität wird die mutige Margo vor allem für ihre Mitschüler zur Reflektionsfläche für heimliche Wünsche und Träume und somit zu einem Kunstwesen, das in Wirklichkeit völlig anders ist, als alle denken.

Delvingne spielt diese Margo sehr überzeugend - attraktiv, und dabei markant, mysteriös und rotzfrech. Nat Wolff gibt den braven Quentin, genannt Q, dessen Lebensinhalt gute Noten sind und der sich nicht vorstellen kann, über die Stränge zu schlagen. Statt Mädchen anzusprechen, reißt er mit seinen Freunden heimlich dreckige Witze und ist ansonsten reichlich unbeholfen. Erst als Margo so wie früher in Kindheitstagen eines Nachts an seinem Fenster auftaucht und um seine Hilfe bittet, wird seine Abenteuerlust geweckt.

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(dpa)
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