Highschool-Horror "Jennifer's Body": Megan Fox vernascht ihre Verehrer
VON PETER STEINHART - zuletzt aktualisiert: 05.11.2009 - 08:54(RP). Es waren nicht nur die Pin-Up-Posen in "Transformers", für die Megan Fox gleich nach ihrer ersten größeren Rolle als neues Sexsymbol gefeiert wurde. Es ist auch dieser vor blanker Arroganz strotzende Blick eines Teenagers, der sich seiner elektrisierenden Wirkung sicher ist bis zum Überdruss – bis ihre beste Freundin warnt: "Sie ist wirklich böse, nicht nur Highschool-böse!"
Denn als die Titelheldin in "Jennifer's Body" begnügt sich Megan Fox nicht mehr damit, Jungen zu vernaschen. Sie frisst sie auf, buchstäblich, mit einer Fleischeslust, die selbst die Gelüste eines Vampirs übertrifft. "Du tötest Menschen", ruft ihre entsetzte Freundin. Doch Jennifer lächelt: "Ich töte keine Menschen, nur Jungs".
Die Drehbuchautorin Diablo Cody, für ihr erstes Skript zu "Juno" mit einem Oscar ausgezeichnet, schwelgt auch in "Jennifer's Body" in zugespitzten Kostproben einer coolen Teenager-Sprache. Megan Fox zelebriert sie mit soviel Gusto, dass es Spaß macht, dieser um ungerührte Bösartigkeit bemühten Obsession zuzusehen. Sie ist, ganz anders als einst Brian De Palmas "Carrie", schon reichlich boshaft, ehe sie zur dämonischen Rächerin an männlichem Übermut wird: zum Opfer geworden für ihren einzigen Versuch, aus dem Kreis langweiliger Kleinstadt-Verehrer auszubrechen, von finsteren Rockmusikern zu einer bestialischen Satans-Beschwörung missbraucht und fortan verwandelt in ein Monster, dessen Mordlust auch ihre Freundin nicht bremsen kann.
Karyn Kusama, die Regisseurin ("Girlfight"), bemüht sich sorgfältig, mit den Klischees des Teenie-Horrofilms zu spielen, ohne ihnen zu erliegen. Jennifers Körper und Jennifers tödliche Sexspiele werden nur soweit enthüllt, dass erotische Spannung erhalten bleibt – oder auch deftigere Erwartungen von Sex und Blutrünstigkeit nicht erfüllt werden. "Jennifer's Body" wurde in Amerika kein Publikumsrenner. Was vielleicht auch daran liegt, dass Megan Fox, der Männerschwarm, als Jennifer schiere Kastrationsangst schürt. Vielleicht auch daran, dass Jennifers Freundin (Amanda Seyfried), die heitere Genießerin sexueller Erfahrungen, nicht genug Raum erhält, um sich zu einem echten Gegenpol zu entwickeln. "Jennifer's Body" gelingt es nur manchmal, die Qualen erwachender Sexualität als Horror-Komödie zu erzählen. Aus der zum Auftakt verkündeten Botschaft "Die Hölle ist ein Teenage Girl" wird nicht mehr als ein unterhaltsamer Scherz.
Bewertung: 3 von 5 Sternen
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