Film-Kritik: Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich: Schrille Typen
zuletzt aktualisiert: 14.02.2005 - 09:05Gaylord Focker hat es geschafft: Er konnte den gestrengen pensionierten CIA-Mann Jack Byrnes davon überzeugen, der richtige Mann für sein hübsch-blondes Töchterchen Pam zu sein. Das war bereits hart, doch eine noch härtere Prüfung folgt sogleich: Byrnes will die Eltern von Gaylord kennen lernen. Diese pflegen jedoch einen ganz eigenen Lebensstil. Das Chaos ist vorgezeichnet in der Hollywood-Komödie "Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich".
Ab dem 17. Februar kommt dieser US-Kassenhit in Starbesetzung auch auf die deutschen Leinwände. Der von Jay Roach inszenierte Film ist eine Fortsetzung des kommerziellen Riesenerfolgs "Meine Braut, ihre Eltern und ich" aus dem Jahr 2000, in dem Gaylord von Ben Stiller und sein Schwiegervater Jack Byrnes von Robert De Niro verkörpert werden. Auch Teri Polo als Pam und Blythe Danner als Mutter Dina wirkten damals schon mit. Der erste Film endete mit der Frage von Jack an seine Frau: "Was müssen das für Leute sein, die ihr Kind Gaylord Focker nennen?"
Diese Frage beantwortet die Fortsetzung durchaus erschöpfend, denn Vater Bernie Focker (Dustin Hoffman) und Mutter Roz (Barbra Streisand) sind schrille Typen, die Byrnes ohnehin nicht hohe Toleranzschwelle ein ums andere Mal strapazieren. Die Eltern Gaylords, der sich in seinem Job als Krankenpfleger wie auch privat lieber Greg nennen lässt, sind nämlich nicht nur chaotisch und politisch links stehend, sondern auch sexbesessen. Roz hat als Sexualtherapeutin für Senioren im Rentnerparadies Florida ein so gutes Auskommen, dass Bernie den vitalen Hausmann spielen kann, der es mit seiner Frau gerne vor wie auch nach dem selbstgekochten Essen treibt. Sohn Greg ist das alles mehr als peinlich.
Den Nerv auf dem Heimatmarkt erfolgreich getroffen
Für die Byrnes aber ist das Verhalten der künftigen Schwiegereltern ihres behüteten Töchterchens geradezu schockierend. Da es sich um eine Komödie handelt, schlägt das Drehbuch aus dieser Konstellation einige komische Situationen von recht unterschiedlichem Niveau. Bei einem Einspielergebnis von bislang schon rund 250 Millionen Dollar allein auf dem Heimatmarkt dürfte der Film aber den Lachnerv der US-Besucher getroffen haben, obwohl die Originalität und Witzigkeit der ersten Kinobegegnung mit Greg, Pam und Jack Byrnes nicht ganz erreicht wird.
Eine Attraktion der Fortsetzung ist aber ganz sicher das gigantische schwarze Wohnmobil von Byrnes, ein amerikanischer Wunsch- und Albtraum zugleich. Sehr blass bliebt die Rolle der Pam, ebenso blass gespielt von Teri Polo. Geradezu hemmungslos dürfen hingegen die Hollywood-Veteranen Streisand und Hoffman ihre komödiantischen Fähigkeiten darbieten. Es gibt etliche Anspielungen in dem Film, die sich dem US-Publikum eher erschließen werden als dem deutschen. Dazu gehört auch der unverkrampft ironische Umgang mit der jüdischen Herkunft der Fockers. Aber es gibt Szenen genug, über die überall gelacht werden kann in "Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich". Und darauf kommt es letztlich an.
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