Neu im Kino: Misslungene Expedition
VON ALBERT BAER - zuletzt aktualisiert: 05.03.2009 - 10:11(RP). "Das hier sprengt jegliche Vorstellungskraft", bricht es aus dem amerikanischen Geologen Trevor hervor, der mit seinem 16-jährigen Neffen und einer jungen Bergführerin tief hinab ins Erdinnere gestiegen ist. Der Kerl hat durchaus recht, denn dort unten stehen überdimensionale Pilzwälder, schwirren große Flug-Piranhas herum, und lauern gefräßige Dinosaurier auf Beute. Und weil der staunende Forscher vom jungenhaften Brendan Fraser gemimt wird, der bereits als etwas trotteliger Abenteurer durch drei "Mumien"-Filme gehechelt ist, ahnt der Zuschauer schon, was hier auf ihn zukommt.
Schlecht geklaut
Eine Reise ins Erdinnere, diese futuristische Vision knobelte Jules Verne im vorletzten Jahrhundert aus und verpackte sie 1864 in seinen Roman "Reise zum Mittelpunkt der Erde", den Hollywood 1959 hinreißend verfilmt hat. Damals ging James Mason als deutscher Professor Otto Lidenbrock mit seinen Weggefährten auf Expedition, und obwohl die Kulissen wie Pappmaché aussahen, strahlte der Film-Oldie einen Zauber aus, den man sich nicht entziehen kann.
Dass nun der Held im Aufguss eine zerfledderte Ausgabe des Romans als Reiseführer im Rucksack trägt, wirkt sinnbildlich. Von Vernes Vorlage sind nur noch einige Handlungsfragmente übrig, und statt der Hauptfigur Lidenbrock klettert im Remake dessen Töchterchen durch die Unterwelt. Das, was Regiedebütant Eric Brevig, der sich bislang erfolgreich als Schöpfer von Spezialeffekten (1990 Oscar für "Total Recall") durchs Filmgeschäft schlug, hier auffährt, sieht im Grunde aus, als wäre es ein Ableger von Steven Spielberg. Die Saurier erinnern an "Jurassic Park", die Achterbahnfahrt in einem Minenwagen an "Indiana Jones". Dafür protzt der Film mit der Tatsache, im dreidimensionalen Verfahren gedreht worden zu sein. Aber da es in Deutschland nur wenige Kinosäle gibt, die über 3-D-fähige Anlagen verfügen und uns zeigen können, wie aggressive Fische in Richtung Kinosessel schnappen, macht das die Sache auch nicht besser.
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