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Apokalyptische Schlachtengemälden: Neu: Furiose Fortsetzung der "Herr der Ringe"-Trilogie

zuletzt aktualisiert: 16.12.2002 - 08:35

Frankfurt/Main (rpo). Kampfelefanten, sprechende und wandernde Bäume und blutrünstige Krieger - im zweiten Teil der "Herr der Ringe"-Trilogie ist alles möglich. Regisseur Peter Jackson ist ein hervorragendes Spektakel geglückt, das noch besser ist als der erste Teil.

Nun kann es keinen Zweifel mehr geben: Der neuseeländische Filmemacher Peter Jackson hat mit seiner monumentalen Verfilmung des Kultbuchs "Der Herr der Ringe" von J.R.R. Jackson einen neuen Markstein in der Filmgeschichte gesetzt. Voll überwältigender Bilder, Szenen, Effekte und Dramatik ist der bereits am 18. Dezember in die Kinos kommende zweite Teil der Filmtrilogie. Wenn es Schwächen in dem wiederum volle drei Stunden währenden Spektakel gibt, sind diese allein der etwas schlichten Schwarz-Weiß-Malerei in Tolkiens Roman geschuldet.

Allein die atemberaubende Sturzfahrt des Zauberers Gandalf am Anfang des Films ist das Eintrittsgeld wert. Es ist der furiose Start einer Millionen Lesern vertrauten Handlung des fast 50 Jahre alten Schmökers. Gewiss hätte sich der englische Professor nie vorstellen können, seine Fantasiegeburt einmal so faszinierend in Bilder umgewandelt zu sehen. In Jackson, einem bekennenden Tolkien-Fan, hat der 1000-Seiten-Stoff einen Leinwandzauberer gefunden, der virtuos die Klaviatur der heutigen filmischen Möglichkeiten zu spielen weiß.

Und "Der Herr der Ringe - Die zwei Türme", wie der aktuelle Streifen betitelt ist, zeigt eindrucksvoll, dass inzwischen fast alles möglich ist. Da gibt es sprechende und wandernde Bäume, gigantische Kampfelefanten, Massenheere blutrünstiger Krieger und eine Figur namens Gollum, die von einem Darsteller gemimt, gleichwohl aber komplett digital animiert wird. Das ist etwas völlig Neuartiges, und Gollum ist die Sensation des Films, der an Attraktionen gewiss nicht arm ist. Auch psychologisch ist Gollum eine bemerkenswert ausgefeilte Figur. Hatte der erste Teil noch 560 Einstellungen mit visuellen Effekten aufgewiesen, sind es nun bei "Die zwei Türme" schon 800.

Aber noch immer spielen richtige Menschen aus Fleisch und Blut mit. Der 21-jährige Amerikaner Elijah Wood ist wieder als jener Frodo Beutlin zu sehen, der schwer an dem umkämpften kleinen Goldring trägt. Woods Landsmann Sean Astin verkörpert Frolos getreuen Hobbit-Gefährten Sam. Ian McKellen gibt Gandalf Würde und Güte, sein bösartiger Gegenspieler Saruman bekommt von dem greisen Christopher Lee jenen Schuss Dämonie, den der vielfache Dracula-Darsteller so gut zu verbreiten weiß. Eine große Rolle hat im zweiten Teil der Trilogie der New Yorker Viggo Mortensen, der den menschlichen Helden Aragorn männlich-markant gibt.

In den weiblichen Partien sind Liv Tyler, die Australierin Miranda Otto und ganz kurz auch wieder Cate Blanchett zu sehen. Die drei Damen sind hübsch dekorativ, können aber keine Sekunde vergessen machen, in welch hohem Maße "Der Herr der Ringe" eine Männergeschichte ist. Und wo Männer sind, wird gekämpft und getötet. Es bedürfte schon eines Filmdurchlaufs in Superzeitlupe, um all die Krieger zu zählen, die bei den vielen Gemetzeln auf der Strecke bleiben. Höhepunkt dabei ist die Schlacht in Helms Klamm, bei der die furchterregenden Uruk-hai trotz Übermacht eine böse Schlappe einstecken müssen. Gedreht wurde das Spektakel übrigens in einem Steinbruch der neuseeländischen Hauptstadt Wellington.

Grandiose Naturlandschaften des Zwei-Insel-Staates bilden wieder die beeindruckende Kulisse des Streifens. Jackson hat seiner Heimat ein filmisches Denkmal gesetzt, dass ihn dort dereinst zum sicheren Anwärter auf ein ebensolches machen dürfte. Die Namensliste des Teams ist schier endlos. Hochqualifizierte Filmprofis aus allen Bereichen, für alle Aufgaben haben sich zusammengefunden, um eine Produktion zu schaffen, die keinen Vergleich mehr mit "Vom Winde verweht" oder "Titanic" scheuen muss.

Nächstes Jahr gibt es kurz vor Weihnachten den dritten und letzten Teil. Das ist die tröstliche Nachricht für alle, die nach drei spannenden Stunden bei "Herr der Ringe - Die zwei Türme" das Kino verlassen.


 
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