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Remake "Wolfman" mit Benicio del Toro: Neuer Mondnacht-Grusel

VON PETER STEINHART - zuletzt aktualisiert: 11.02.2010 - 11:42

(RP). Es wird viel gereist zwischen London und Blackmoor Castle, und dabei ist stets für Abwechslung gesorgt. Der eine braust im Zug über Schwindel erregende Viadukte, ein anderer jagt per Kutsche oder hoch zu Ross über kahle Berge, oder er bahnt sich zu Fuß seinen Weg durch dichte Wälder.

Und dann Blackmoor Castle selbst: Das ist nicht irgendein weiteres neugotisches Gruselschloss, sondern ein riesiger klassizistischer Palast, dessen Verwahrlosung schlammschwarz aus allen Fensterhöhlen tropft. Dort haust in vergammeltem Schlafrock, assistiert von einem indischen Diener, Sir John Talbot und empfängt seinen Sohn Lawrence mit grimmiger Ironie. Eine passende Rolle für Sir Anthony Hopkins, sollte man meinen, doch ausgerechnet hier wirkt er zunächst so väterlich abgeklärt wie selten in seiner langen Karriere.

Nur Benicio Del Toro als Lawrence, heimgekehrt ins väterliche Schloss auf die Kunde vom schrecklichen Tod seines Bruders und alsbald von jenem Ungeheuer gebissen, das in Vollmond-Nächten unter den Einwohnern des Dorfes wie des nahen Zigeunerlagers wütet, verstrahlt von vornherein Besessenheit. Ob er wortlos die Verlobte seines ermordeten Bruders mustert, oder ob er sich zum Wolfsmenschen verwandelt: Stets konzentriert sich die Kamera auf die schmerzliche Intensität seiner Blicke. Die Verwandlung selbst wird jedes Mal als ein Fest modernster Verbindung aus Maskenbildnerei und Computertricks zelebriert.

Ansonsten bemüht sich dieser neue "Wolfman" allzu verbissen, den klassischen "Wolfman" von 1941 zu übertrumpfen. Die Handlung wurde aus der Gegenwart ins 19. Jahrhundert verlegt und angereichert durch Ausflüge in ein viktorianisch düsteres London à la "Oliver Twist" und schaurig sadistische Hospital-Szenen à la "Elephant Man". Die Vollmond-Nächte folgen einander so dicht, dass für das Ausmalen von Mondlicht-Magie keine Zeit bleibt. Für die Anhäufung von Effekten wurde auf die Entfaltung von Atmosphäre verzichtet beim rabiaten Kürzen des Films auf handliche Kinolänge. Kein gelungener Auftakt für den Plan der Universal-Studios, ihre Grusel-Klassiker aus den 1930er und 1940er Jahren in neuen Fassungen herauszubringen.

Bewertung: 2 von 5 Sternen

Quelle: RP

 
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